Plattenkritik

Feathered Arms - Feathered Arms

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Release Date: 28.02.2014
Datum Review: 09.02.2014

Feathered Arms - Feathered Arms

 

Lange hat Katja Nielssen suchen müssen, bevor sie das passende Objekt ausfindig machen konnte: Nicht zu aufgeräumt, mit reichlich Platz für Punk und Protest, auf keinen Fall in einem spießigen Suburb gelegen und in sicherer Entfernung zu VAGINA SUNRISE und JET LINK: "Feathered Arms" soll sie heißen, die neue Fulltime-Garage im Leben der jungen Schwedin.


Allzu schwer war die Suche dabei gar nicht: Meist reichten drei bis vier geschrammelte Akkorde und ein aufgeweckter Beat wie aus guten THE HIVES-Jahren. Dazu passten stets hektische Melodien auf Zeilen wie "Keep feeding me your nightmare" und fertig war (und ist) das Riotgirl-Matschcore-Potpourri.
Auf dem Debütalbum der Band aus Malmö klopfen "Background Noise" oder "Reload Recharge" gerne leicht verstört und vorlaut an alle Türen, die geöffnet gehören. Abgerechnet wird inhaltlich direkt und massiv, musikalisch drücken FEATHERED ARMS gleichermaßen ein Auge für FIDLAR als auch für schaurigschoene SONIC YOUTH zu. Wichtig ist nur, dass es scheppert - und dafür brauchen weder die einzelnen Bandmitglieder (zuvor ausserdem auch SCRAPS OF TAPE oder MILITANT FIELDS) noch der noisige Rebelrock Hilfestellung. "It's Not Me It's You!" kloppt sich im Circlepit, "Contagious Feelings" schüttet eine bratzige Orgel und wavigen Gesang auf den kahlen Frühstückstisch.
Wie gemütlich sich eine handelsübliche Garage einrichten lässt, weiß ausgerechnet "Sold Out!" im Finale: Hier verhalten sich die vier Skandinavier fast so schüchtern, als würden sie den poppigen Tagen von THE SOUNDS gedenken. "Your welfare is on sale, everybody wants a piece of the cake" klingt im Chorus des locker trabenden Midtempotracks schon fast zu ueberheblich und grimmig. Etwas kurzweilig, dafür umso eindrucksvoller und vor allem frei von jeglichen Abnutzungserscheinungen schafft es "Feathered Arms", sich mit seinen neun Songs um potentielle Opfer zu winden. Lederjacken-Outlaws und Punkernachwuchs gehören ebenso zur Zielgruppe wie engagierte Vollbluttänzer oder Freunde der einfachen, ehrlichen Krach-Popmusik.

FEATHERED ARMS haben in ihrer spacig bunten Garage ein Plätzchen für jede und jeden, mit dem/der sich das "anständige Lostreten" zumindest akustisch vereinbaren lässt. Wer "Extravaganza" auf die Stirn taetowiert hat, wartet im Auto oder kauft weiterhin nur den Nerd-Output aus der Nachbarschaft.


Trackliste:

01. Lies! Lies! Lies!
02. Vagabond Hills
03. Background Noise
04. It's Not Me, It's You!
05. Predator-Prey Equation
06. Reload Recharge
07. Contagious Feelings
08. Anhendonia
09. Sold Out!

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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