Plattenkritik

Fights And Fires - We Could All Be Dead Tomorrow

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Release Date: 22.02.2013
Datum Review: 13.02.2013

Fights And Fires - We Could All Be Dead Tomorrow

 

Phillip Cox macht den mutigen Schritt in den Kreis seiner Leidengenossen. Er hebt die Hand, holt tief Luft - und er punktet. Zwischen Protestcore und Rüpelrock. Eine hochwertige Stimmbandtherapie von der Insel. Wie sie einfach und unkompliziert weltweiten Anklang finden wird.

Wie Recht sie doch haben: Geradezu einen Fliegenschiss entfernt leben wir tagtäglich am Exitus vorbei. Schluss, Aus, Schicht im Schacht. Vorher wollen FIGHTS AND FIRES um Cox am Mikro, Gitarrenschreihals Ryan Price, Bassist Dan Solomon und Drummer Lee Jackson noch reinen Tisch machen. Dafür brauchen sie weniger ihre im Alleingang blitzblank gestriegelten Namen – sondern eher „Back Bone“ und „If I´m Forest, Then You´re Jenny“, die mit angepisst vorwurfsvoller Stimme und Saitenarbeit zwischen schlaksigen CANCER BATS und GLUECIFER das Laub von den Bäumen holen. „We Could All Be Dead Tomorrow“ allerdings verliert seltener die Beherrschung: „Chase The Blues“ vergießt noch zu Beginn Blut und Schweiß, „You Don´t Always Reap What You Sow“ klingt kurz darauf wie die kanadischen Vorbilder, die man nach vier Tagen Schlaf- und Sauerstoffentzug mit halber Voltzahl in den Proberaum gesperrt hat.

Die rohe Produktion und die krächzenden Vocals schicken FIGHTS AND FIRES zwar ohne Umwege in den randvollen Pit aus wütenden und draufgängerischen Raufbolden, „Haunted House“ oder „Rats And Vultures“ aber verweilen gerne auch zögerlich wippend am Rand, bis die durchgeschwitzte Meute ausgepowert ist. Dann erst stampft „We Could All Be Dead Tomorrow“ und mit ihm der Vierer aus Worcester aus seiner Deckung. Lichter mögen bis dahin erloschen, Züge längst abgefahren sein – FIGHTS AND FIRES finden dennoch genügend Restpulver, um mit verzerrtem Gesicht auf sich und ihre Absichten aufmerksam zu machen. „Let´s Get This Shit Off My Chest Again“ heißt das dann. Oder „Let´s Hear Your Voice! Ugly And Pissed Off! Whisky Soared...“ Therapie eben. Ehrlich und direkt ins Schwarze. Zumindest während der ersten Sitzung. Die ist bekanntlich gratis und gedacht, um auf ihr aufzubauen. „We Could All Be Dead Tomorrow“ versteht das sehr wohl, rüttelt aber nicht zwingender am Thron als zuvor „Proof That Ghosts Exist“ mit mehr Kante und einem Fußbreit mehr im Hardcore.
Hoffentlich kann Phillip Cox nach erfolgreichem Abschluss wenigstens in Ruhe einschlafen. Morgen könnte es immerhin bereits zu spät sein.

Trackliste:

01. Chase The Blues
02. Back Bone
03. You Don't Always Reap What You Sow
04. Tread Water
05. If I'm Forrest, Then You're Jenny
06. Rats And Vultures
07. Cat's Lives
08. Mothers Advice
09. Haunted House
10. BFF...For Now
11. Small Town Boy Pt II

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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