Plattenkritik

Fire In Fairyland - For A Glimmer Of Limelight

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Release Date: 11.01.2013
Datum Review: 14.12.2012

Fire In Fairyland - For A Glimmer Of Limelight

 

Bloß auf den ersten Blick lauert hier niedlicher Wunderwelten-Rock, der sich gegen Drogenmissbrauch und für mehr Farbgestaltung am Merchstand einsetzt. Von Feen, Elfen und quietschvergnügten Sommertagen einmal abgesehen, versuchen fünf ambitionierte Charaktere aus Celle gar nicht erst, das von ihnen auserwählte Genre zu missionieren. Also Scheuklappen auf und durch.


Zur Belohnung darf dafür auch von der bösen Namedropping-Hexe mit „P“ abgesehen werden. Nur weil hier Poppunk-Riffs auch mal ihren grimmigen Metaller-Kumpels die Hand schütteln, können Hayley und Co. schön weiter ihre übersüßten Milchshakes im Diner löffeln. Bei „For A Glimmer Of Limelight“ verpassen sie zunächst nicht viel: „This Is So Awesome, I Can Hardly Believe It´s True“ schwört FIRE IN FAIRYLAND-Frontfrau Anna Peschke erstmal zur allgemeinen Beruhigung. Und auch im Anschluss bedient sich „Get A Life“ bei den „Großen“: Torben Boyen und Hannes Huke haben sich eine Extradose Energiedrink mit zum Gitarrenunterricht genommen, als dort Themen wie „A Day To Remember“ oder „We Came As Romans“ vertont werden sollten.
„Full Speed Ahead“ bleibt derweil hübsch hängen, „Plant Your Seed“ dürfte sich im Umfeld der vereinzelten (leider auch oft aufgezwungen wirkenden) Brülleinwürfe fast bedroht fühlen. „Bad Time Story“ ist da ein Vorzeigeexemplar, ein rettendes Aufräumkommando mit Metalcore-1x1 und entblößter Lyrik - dass es wie „For A Glimmer Of Limelight“ als Gesamtwerk vor allem auf ein und denselben Nenner schafft: Auch wenn bereits mehr Sockenpaare auf dem Markt sind, als die Scheitel- und Stoffschuhtragende Mosh-Gemeinde jemals tragen oder kaputtlaufen kann, machen FIRE IN FAIRYLAND auf dem Nachfolger zum noch sehr viel dünneren „Lit“ eine überaus gute Figur.

Statt „Hobby: Rockband“ wird sich 2012 durch Auftakte gefrickelt („Fasten Your Seatbelt“) und bei „So Called Friends“ schnappt sich DRONE-Frontmann Mutz Hempel das Mikro. Dass dennoch Auszüge der zehn Songs von banal bis dreist kopiert rangieren, vermag das morsche Holz der musikalischen Schublade fast unter den Teppich zu kehren.
Dort zu finden sein dürfte wahrscheinlich auch die Erläuterung zum Artwork der Platte - welches dem Unwissenden zunächst Sorgen bereitet. Spätestens mit den finalen von Peschkes gehauchten Zeilen „And As I Fall I Start To Feel, That The Ground Looks So Inviting...“ ist aber auch der optische Rollenspielspuk vorüber.

Trackliste:

01. Get A Life
02. Full Speed Ahead
03. Fasten Your Seatbelt
04. Plant Your Seed
05. So Called Friends
06. Bad Time Story
07. Want/Need
08. Evolve Today
09. Tonight
10. A Glimmer Of Limelight

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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