Plattenkritik

Flogging Molly - Speed Of Darkness

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Release Date: 27.05.2011
Datum Review: 14.05.2011

Flogging Molly - Speed Of Darkness

 

Ein Bilderbuch: Vor gut eineinhalb Jahrzenten noch als wahre Kneipenmusiker in L.A. verkannt, geniesst das Septett um Dave King heute Chartplatzierungen und bestimmt die Präferenz-Biermarke auf den weltgrößten Festivalbühnen selber. Damit FLOGGING MOLLY weitere Schritte gen (Folk-)Rockstarhimmel wagen und sicher nicht wegen pöbelnder Präsenz oder räudiger Barfight-Propaganda ausgebremst werden kann, schmiegt sich "Speed Of Darkness" an eine zartmütigere Schulter als zuvor "Within A Mile Of Home" oder "Float" an. "Reif und überraschend" nennt man das dann - im positivsten Sinne.

Auf erster Tuchfühlung mit den zwölf neuen Werken der irischen Amis (oder amerikanischen Iren) fällt eine gewisser Hauch von Reserve auf - viele Songs wirken nachdenklicher, melancholischer und bestimmter. Der eröffnende Titelsong und das anschliessende "Revolution" haben noch das "typische" Feuer der Band in sich lodern: Die klassisch-deutlichen Melodiebögen, die Tanzzwang auslösende Instrumentierung, den Rhythmus zum Pint leeren. Dennoch: Die ausgelassenen Chöre und das authentische Stampfen sind seltener präsent, "So Sail On" oder "The Cradle Of Humankind" sind zwar keinesfalls Albumbremsen, aber rücken "Speed Of Darkness" in ein wortwörtlich dunkleres Licht. FLOGGING MOLLY punkten nach wie vor mit großem Traditionskino, besonders hinausstechend bei "This Present State Of Grace" und auch in fast poppiger Fassung bei "Don´t Shut ´Em Down". Von "auf Krawall gebürstet" über das "working class America" bis zum wunderbaren Männlein/Weiblein-Duett bei "A Prayer For Me In Silence" spielt das fünfte Studioalbum jetzt allerdings auch massentauglichere Asse aus. Nach Jahren der Entwicklung, geschmückt von Mitgliederwechseln, Hochzeiten und internationalen Konzertreisen aber scheinen auch neue Einflüße in den Bandalltag geraten zu sein: Das allseits unbeliebte Älterwerden oder beherztes Aufgreifen von Weisheiten und Schicksalen fliessen anstatt von Guiness und Single Malt in das Songwriting des ex-SideOneDummy-Aushängeschildes ein. "Speed Of Darkness" ist ein logisches FLOGGING MOLLY-Album, was sein Wachstum und seine Entfaltung nicht verstecken kann, beim aufgezeigten Niveau und Potential aber auch nicht zu verstecken braucht. Bleibt zu hoffen, dass der Anhängerkreis der kalifornischen Folkpunkband bereit ist, zu wachsen. FLOGGING MOLLY jedenfalls sind längst über ihre Pubertät und Jugend hinaus.
Oder um es mit den Worten von Dave King himself zu sagen: "Dies war nicht das Album, welches wir schreiben wollten. Es wurde das Album, was wir schreiben mussten!"

Trackliste:

01. Speed of Darkness
02. Revolution
03.The Heart of the Sea
04. Don't Shut 'Em Down
05. The Power's Out
06. So Sail On
07. Saints & Sinners
08. Present State of Grace
09. The Cradle of Human Kind
10. Oliver Boy (All of Our Boys)
11. A Prayer For Me In Silence
12. Rise Up

Alte Kommentare

von Felix1000 16.05.2011 08:38

Super Band. Absolut bodenständig (welche Band auf dem Level steht bitteschön 5 Minuten nach jeder Show im Publikum und trinkt mit den Fans??) Bei Amazon.de gibt es auch ne Menge großartiger Bundles der CD. http://www.amazon.de/floggingmolly ...

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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