Plattenkritik

Flotsam And Jetsam - The Cold

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 18.02.2011
Datum Review: 16.02.2011

Flotsam And Jetsam - The Cold

 

Sometimes I feel like just ending it all
Every step a broken leg
Every floor breaks a fall
I can't only not see light
I can't find the tunnel
Life keeps giving me an uphill climb
Without a ladder or a rope
Without a prayer or a hope
I can't only not see light
I can't find the tunnel


FLOTSAM AND JETSAM haben sich mit ihrem bahnbrechenden Debüt „Doomsday For The Deceiver“ 1986 und dem zwei Jahre später erscheinendem Nachfolgealbum „No Place For Disgrace“ keinen Gefallen getan, denn an den sich als Referenzscheiben im Power/Thrash Metal herauskristallisierenden Alben musste sich die aus Phoenix stammende Band Zeit ihres Bandlebens messen lassen. Auch war es sicherlich nicht förderlich, dass sich ein gewisser Jason Newsted bereits nach dem bahnbrechenden Debüt abwandte und die Band Richtung METALLICA verließ. Und so ist es um so erstaunlicher, dass erst das 10. Album, dass mit „The Cold“ betitelt und letztes Jahr von Driven Music veröffentlicht und nun vom Labelriesen Nuclear Blast mit 2. Bonustracks und als schickes Digi europaweit neu aufgelegt wurde (Driven Music scheinen nichts auf „The Cold“ gegeben zu haben, denn es wurden für den europäischen Markt zu wenig Alben produziert…), an die ersten beiden Alben von FLOTSAM AND JETSAM (der Bandname stammt von J. R. R. Tolkiens Roman "Der Herr der Ringe") heranreichen kann. Auf dem von einem düsteren Travis Smith Artwork bestücktem Album zeigt Sänger Eric A.K. eindrucksvoll, wie ein Metalsänger zu singen hat. Mit viel Gefühl, schönem Klargesang, Shouts, Screams – alles kein Problem. Er dirigiert seine Hintermannschaft und stellt sich wie eine Rampensau auf „The Cold“. Bei den von ihm gelebten Texten schimmert immer ein wenig Verzweiflung mit, treffend dazu die oben genannte Textzeilen des Beginns von „Better Off Dead“. Die Songs sind teilweise stark progressiv (wer NEVERMORE mag kommt an dem Quintett aus Arizona nicht vorbei!) und wirken mitunter hektisch, leicht zerfahren. Aber die wuchtigen Gitarren, die immer wieder geniale Soli beisteuern (hierfür verantwortlich Michael Gilbert und Edward Carlson), fangen mit ihren fetten Riffs die frei gewordene Elektrizität ein und bündeln sie in puren Groove. Es ist eine Stärke von „The Cold“, trotz der langen Lebensdauer der Band niemals angestaubt oder antiquiert zu klingen, alles wird frisch und mit moderner Produktion serviert. FLOTSAM AND JETSAM bieten das volle Programm an Abwechslung, so beherrschen sie die sehr ruhigen Momente, in denen die Augen geschlossen oder Tränen abgedrückt werden können, genau so wie die treibenden, sehr klassisch thrashigen Augenblicke. Hervorstechend auch die Melodiebögen, bei dem Refrain zum oben angesprochenen „Better Off Dead“ darf jeder, der auf kraftvolle Rhythmen steht, die Faust durch die Decke schlagen. Letztlich ist dieses Album eine riesengroße Überraschung und eine Bestandsaufnahme des mit Gefühl, Können und Ideen gespickten Metals. Absoluter Pflichtkauf!

Tracklist:
1. Hypocrite
2. Take
3. The Cold
4. Black Cloud
5. Blackened Eyes Staring
6. Better Off Dead
7. Falling Short
8. Always
9. K.Y.A.
10. Secret Life

Alte Kommentare

von bestes Album 2010! 17.02.2011 09:35

Riesengroße Überraschung, dass die nochmal so ein fettes Gerät auspacken

von bart_ 20.02.2011 12:54

Phänomenal gut. Hätte ich gar nicht erwartet

Autor

Bild Autor

Clement

Autoren Bio

Ich fühle mich zu alt

Suche

Social Media