Plattenkritik

For The Imperium - For The Imperium

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Release Date: 09.04.2012
Datum Review: 19.03.2012

For The Imperium - For The Imperium

 

“Genie und Wahnsinn liegen of dicht beieinander“ - wie dicht demonstrieren vier dem Wahnsinn entbundenen Finnen. Auf ihrem selbst betitelten Debut durchleben FOR THE IMPERIUM eine derart krank vertonte Schizophrenie, dass man sich dem Ganzen entweder kopfschüttelnd und verstört abwendet oder ihnen Beifall klatschend einen Geniestreich bekundet. Ein dazwischen gibt es nicht.

Das ein wenig an „Miss Machine“ von THE DILLINGER ESCAPE PLAN erinnernde Album Cover, deutet schon auf den ungefähren Stil hin und auch die musikalische Umsetzung der Finnen, sollte jeden Elektrofachmarktangestellten, der mutig und motiviert versucht dieses Album einem Genre zu zusortieren, in den Wahnsinn treiben.
Da hätte man zur Auswahl den METAL, der sich im Gewand des MATH-, EXTREM- bis kurzweilig BLACK zeigt. Dann wäre da noch der gute, alte Rock und ein Schuss Pop, BLUES, SOUL – ach so gut wie fast alles Vertonbare. Und diese Vertonung gleicht einem halsbrecherischen Drahtseilakt. Aber der große Clou ist, dass FOR THE IMPERIUM es auf wundersame Art und Weise schaffen, diese ganzen sich eigentlich widersprechenden Genres zu einem Ganzen zu vereinen.
Wie sie das schaffen?
Zum einem sind sie herausragend ausgebildete Musiker, welche wahrscheinlich die Noten und Tabulatoren von Bands wie FAITH NO MORE, TDEP oder auch GLASSJAW zum Frühstück herunterspielen und dies auf ihrem Debut eindrucksvoll, aber nicht überheblich zur Schau stellen. Aber das ganz große Plus auf der „Haben-Seite“ von FOR THE IMPERIUM liegt in ihrem Sänger Hakim Hietikko, der mit seiner Stimme ein Klangspektrum abdecken kann, welches man so höchstens von Mike Patton kennt.
Beispiel gefällig?
„Creator“ beginnt mit derben DEATH GROWLS, rutscht dann in eine GLASSJAW-Strophe und erinnert im Refrain an AVENGED SEVENFOLD. Oder das absolut abgedrehte „California Girl” bei dem man sich von einem BEASTIE BOYS Beat in ein RAMMSTEIN Riff hineinsteigert und dann seine Verstörtheit bei SYSTEM OF A DOWN entlädt. Den absoluten Geniestreich stellt in den elf Songs starken Album aber der Track „Until The End“ dar, in dem Sänger Hietikko mit dem Kitsch eines schmalzigen Entertainers den Song einleitet, westernartig davon reitet, sich wieder im GLASSJAW-Kosmos auspowered und anschließend in der Dramaturgie eines 60´s Popsong versinkt. Absolut unvergleichlich und unkopierbar.

Was soll man noch zu dieser vertonten Achterbahnfahrt sagen?
Entweder man kotzt und schreit nach Freiheit oder man umklammert den Sicherheitsbügel und bittet um eine weitere Runde. Ganz groß!

Tracklist
1, Ignition
2. Creator
3. California Girl
4. Hero
5. Until The End
6. DieDead
7. Working Class Heroine
8. Pike River
9. Oesterbotten
10. Elisa
11. Seek For Help

Alte Kommentare

von mal reingehört 20.03.2012 00:49

sehr witzig! :)

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Mulder

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