Plattenkritik

ForgetToForgive - A Product Of Dissecting Minds

Redaktions-Rating

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Release Date: 26.02.2010
Datum Review: 28.03.2010

ForgetToForgive - A Product Of Dissecting Minds

 

Es ist immer schön, wenn man schon beim Intro zu 100 Prozent weiß, um was es eigentlich geht. Da geht man gleich mit einer gänzlich anderen Erwartungshaltung an die gesamte Platte ran. Das kann förderlich sein, aber auch genau so hinderlich für die Wahrung der Objektivität. Im Falle von FORGETTOFORGIVE ist dementsprechend von vorne herein klar, dass sie auf der unglaublich hohen und nicht abreißen wollenden Welle des Deathcore surfen und versuchen, sich mit aller Kraft auf dem Brett zu halten. Ein Experiment, das zu weiten Teilen leider nicht glückt.

Zu stark und zu zahlreich ist die Konkurrenz, die sich an gleicher Stelle der Welle befindet und ebenfalls darum kämpft, bis zum Ende durchzuhalten. Da helfen das obligatorische Gegrunze und Gekeife genau so wenig, wie die tiefer gestimmten Gitarren, die Songs aus der Zeitlupe und der unglaublich schlechte, vor Schmalz nur so triefende Klargesang. Von der ersten Minute an befindet man sich auf „A Product Of Dissecting Minds“ in den Fängen des Einheitsbreis. Geboten bekommt man über die gesamte Spielzeit die gewohnte Kost, die zwar auf Ebene der Produktion einige starke Momente aufweisen kann, songtechnisch leider so absolut nichts zu bieten hat. Hier fehlt jeglicher Tiefgang und jegliche Freude am Experiment. Es ist einfach klar, an welcher Stelle der Breakdown zu erfolgen hat, wann die Musik wieder an Fahrt gewinnt und wann sich das Geschrei mit dem Gesang abzuwechseln hat. Man kennt das irgendwie alles und es ist immer wieder das selbe.

Bei all der Kritik müssen natürlich auch die einzelnen Lichtblicke erwähnt werden. „My Girlfriend In A Take-Away Box“ beispielsweise hat ein ordentliches Maß an Intensität aufzuweisen und kann durch diverse Tempowechsel der unerwarteten Sorte überzeugen. Gleiches gilt für „newYork?“, welches mit einem sehr angenehmen akustischen Outro endet und es fast schafft, den Hörer zu entführen. Davon hätte es auf „A Product Of Dissecting Minds“ einfach mehr gebraucht, dann hätte man vielleicht so etwas wie ein Zeichen des Umbruchs setzen können. So aber werden die Lichtblicke von den dunklen Seiten überschattet und verlieren nach kurzer Zeit schon wieder ihren Glanz und ihre Wirkung. Spaß macht das Album aber vor allem dann, wenn man wahllos zwischen den Tracks hin und her klickt und einfach keinen Unterschied in den Songs erkennen kann. Erst dann wird so richtig klar, dass hier irgend etwas gänzlich schief läuft.

Man könnte mir jetzt Engstirnigkeit unterstellen, zumal ich zuletzt noch angepriesen habe, dass eine gewisse Form der Stagnation, sofern sie auf hohem Level stattfindet, nicht zu verachten ist. Das, was aber auf dieser Platte geschieht, ist Deathcore aus dem YPS-Heft zum selber basteln. Und wenn wir ehrlich sind, haben die YPS-Gimmicks nie funktioniert, ich erinnere an dieser Stelle nur an die verdammten Urzeitkrebse!


Tracklist:

01. Intro
02. Fresh`N`Tasty
03. Fake Mask
04. Messenger Of Misery
05. Blame
06. Blinded By Greed
07. My Girlfriend In A Take-Away Box
08. I Care Less
09. newYork?
10. Eruption
11. All The Pieces
12. Your Gray Shade

Alte Kommentare

von descend 28.03.2010 20:17

Ich find schlimm, dass der Schriftzug solcher Bands wirklich immer gleich aussieht! Oder man kann ihn im Vornherein erst gar nicht lesen

von apa 29.03.2010 00:30

ja man die coolen yps hefte. scheiss urzeitkrebse, freut man sich nix passierte aber gut ich erinnere mich an n kleines buch mit versteckt eingebauter minipistole sehr schön ;)

von Arndt 10.05.2010 10:55

hehe. btw: langsam glaube ich dass der großteil der leser hier yps hefte nicht mehr wirklich einzuordnen weiss. alter sack, ich. ;)

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Alex G.

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rien.

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