Plattenkritik

Friska Viljor - The Beginning Of The Beginning Of The End

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Info

Release Date: 25.03.2011
Datum Review: 21.04.2011

Friska Viljor - The Beginning Of The Beginning Of The End

 

FRISKA VILJOR gehören defintiv zu der Sorte Bands, die man unbedingt mal live gesehen haben MUSS! Da kommen zwei Typen auf die Bühne, die eher danach aussehen, als würden sie geschmeidigen, bierseeligen, Frikadellenmetal machen, dann schnallen sie sich aber ihre Mandolinen um, legen die Kopfstimme ein und ab geht die wilde Sause. Wer da noch die Tanzbeine still halten kann, dem ist nicht mehr zu helfen. Die Texte einerseits voller Schwermut, doch die Instrumentalisierung absolut konträr. Denn auch FRISKA VILJOR können anders. In jedem bisschen Schwermut schwingt auch eine große Portion Hoffnung mit und deren Vertonung liegt den beiden Machern sehr am Herzen. Viel schlimmer kann es meist eh nicht mehr werden und so wird es Zeit nach vorne zu Blicken. Klingt wie aus einem esotherischen Lebensratgeber? Ja, aber ist es denn nicht so? Den Blick nach vorne wenden, das Vergangene nicht vergessen, aber seine Lehren daraus ziehen. Nicht verhasst, nicht zynisch, nicht selbstmitleidig.

Auch beim neuen Album geht es so weiter. Nach „For New Beginnings“ geht es passenderweise mit dem Titel „The Beginnig Of The Beginning Of The End“ weiter. Richtig anfangen und enden tut es eben nie. Die zwei haarigen, stockholmer Jungs ziehen nach Berlin, finden nichts, kehren in den dunklen kalten, dunklen skandinavischen Winter zurück und liefern dann den Soundtrack zum erneuernden Frühling. Bester Unterstreichung der gewählten Albentitel. Zeit also für Blitzbalz im Gehör a la Dittsche vielleicht, in diesem Tempo gehen Joakim und Daniel an die Sache zumindest musikalisch heran. Zwei absolute Multitalente. Auf dem Album wieder zu zweit alles gespielt und alles geschafft. Von dem immerwährenden musthave der Mandolinen über Glockenspiel, Schellenkranz, Drums und Harmonika. Selbst Quetschkomode und Trompete dürfen nicht fehlen. So kreieren sie einen Sound, der seinesgleichen sucht. Und sie treten den Beweis an, das Niedergeschlagenheit auch seine fröhlichen Aspekte besitzt, dass Balladen in Moll nicht unbedingt im Schneckentempo und mit gehauchter Grabesstimme vorgetragen werden müssen und dass die Sonne auch morgen wieder aufgeht. Schwedische Winter scheinen eine faszinierende Wirkung zu haben. Ein Hoch auf die Vielschichtigkeit des Lebens.

Tracklist:
1.Larionov
2.Come On
3.You Meant Nothing
4.My Thing
5.What You Gonna Do?
6.Useless
7.Passionseeker
8.Malou
9.Did You Really Think You Could Change?
10.To Be Alone
11.People And So On

Autor

Bild Autor

Jule

Autoren Bio

wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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