Plattenkritik

Fulmini Scarlattj - Absolum

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Release Date: 01.01.2007
Datum Review: 18.09.2007

Fulmini Scarlattj - Absolum

 

Seit 1997 gibt es die FULMINI SCARLATTJ schon, vormals unter dem aussagekräftigen Namen ICE S! (ob das S hier für Shits oder Ships steht, ist auf dem alten Albumcover nicht eindeutig zu entziffern). Ihr jetziger Name, der übersetzt laut meinem Universal-Wörterbuch Italienisch übrigens „Die scharlachroten Blitze“ heißt, klingt eher nach dem Titel einer Folge der Drei ??? als nach einer ernstzunehmenden Metalband, und dass der Gitarrist und Gründer der Band Fabio Varrone sich „Anarchybrain“ nennt, macht das Ganze auch nicht viel besser. Erinnert ihr euch an die Malwettbewerbe, die es früher immer in Kindergärten und Grundschulen gab, bei denen das Gewinner-Bild auf die Titelseite des Telefonbuchs kam? Echt putzig, leider hab ich nie genommen. Jedenfalls halte ich es für möglich, dass die FULMINI SCARLATTJ so einen Wettbewerb auch gemacht haben, zumindest hat das Cover den grundschultypischen Buntstifte-Charakter. Von all diesen Dingen sollte man aber keine voreiligen Schlüsse auf die Musik ziehen, immerhin könnte es sich hier ja auch um eine paar abgedrehte, über-musikalische Genies handeln. Also einmal tief Luft geholt und die CD namens „Absolum“ (übrigens selbstbeschriftet, das hat den ganz persönlichen Touch) in den Player.
Sobald die Musik losgeht, kann man sicher sein, dass die Schlüsse keineswegs voreilig waren. Wie kann man nach 10 Jahren musikalischer Zusammenarbeit noch so schlecht sein? Um noch mal zum Beispiel Schule zu kommen, ich hab schon Schulbands gehört die besser waren. Gitarre und Schlagzeug spielen ja wenigstens, wenn auch auf einem niedrigen Niveau, noch einigermaßen zusammen, aber sobald der Sänger anfängt, stellen sich einem die Nackenhaare auf. Vielleicht haben sie ihn und die restliche Musik in unterschiedlichen Tonarten aufgenommen? Jedenfalls trifft er keinen Ton, das dürfte man auch als nicht musikalisch begabter Mensch hören. Er schafft es, selbst das ruhige, pianobegleitete und wirklich nicht anspruchsvolle Stück „Ilaria“ kaputtzumachen. Würde man ihn ganz rausschneiden, könnte man sich „Absolum“ vielleicht sogar ohne Ohrenschmerzen anhören.
Nach den zehn Songs die Ungläubigkeit- welches Label würde solchen Schund auf den Markt werfen? Die Webseite angeschaut, hat man ganz schnell die Klarheit: Der Gründer von Nelly Records ist unser Freund Anarchybrain, der auch schon die FULMINI SCARLATTJ verbrochen hat.
Du bist bei jemandem, den du echt nicht magst und dem du schon immer eins auswischen wolltest zum Geburtstag eingeladen? Hier hast du das perfekte Geschenk.

Tracklist:
01. Pippo
02. Sinistre Emozioni
03. Gli Umili
04. Ciao
05. Cosa Sei Così
06. Ciccio
07. Costo
08. Ilaria
09. Tratta
10. Blues (bonus track)

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Marit

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