Plattenkritik

Funeral For A Friend - Chapter And Verse

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 23.01.2015
Datum Review: 03.02.2015

Funeral For A Friend - Chapter And Verse

 

Ihre ganz eigene Schneise durch Hardcore, aufgewuehlten Postrock und Metal schlagen sich FUNERAL FOR A FRIEND nicht erst seit gestern. Allerdings ist auf dem siebten Album der Waliser doch mehr zusammengewachsen als es zuvor auf manchem Release der Fall war.

Viel haben sie gewagt – nicht immer jedoch auch alles gewonnen, was sie als Band ueber die letzten zwoelf Jahre angepackt haben. „Chapter And Verse“ ist da stets angenehm dominant und selbstbewusst. „You’ve Got a Bad Case of the Religions“ etwa hangelt sich rasant und melodiös von Ast zu Ast, vorbei an Trends, Teenager-Lyrics und Altbackenem, bis es im grossen, vertrauten Chorus-Raster ankommt. „Pencil Crusher“ traut sich in Folge eher nachdenklicheren Riffrock, nur allzu gerne fordert Matthew Davies-Kreye seine Stimme dabei bis ans Limit und zurueck. „1%“ nimmt immerhin den old-schooligen Bleifuss vom Gas, bevor jener im direkten Anschluss unmissverstaendlich zurueckkehrt. Umso besser, denn FUNERAL FOR A FRIEND funktionierten schon immer genauso brachial und auf den Punkt wie auch mit ausgebreiteten, sonnengebraeunten Armen. Wo „Stand By Me For The Millionth Time“ noch Krächz-Intro und Melancholie-Ausbruch einverleibt, ist bei der geschrammelten Akustikgitarre von „Brother“ offenbar Leid und Kummer erloschen.

Das von GOODTIME BOYS-Gitarrist Lewis Johns produzierte „Chapter And Verse“ aber ist weder Abschied noch Ausrede und kann ebenso Pathos ala „Tales Don’t Tell Themselves“ als auch wieder frische, ungeschorene Power wie sie sich bereits in den fruehen Hardcoretagen der Band durchsetzte. In einer uninspirierten Zusammenfassung mag es der Volksmund auf „Die FUNERAL FOR A FRIEND sind mit „Chapter And Verse“ zurueck!“ runterbrechen – Tatsache ist allerdings, dass diese Band eigentlich nie weg war. All die Jahre der Orientierung, Entwicklung und stilistischen Roadtrips formen „Chapter And Verse“ zu einem starken Beitrag aus dem FFAF-Camp, der keine Arme verschraenken muss um sich zu behaupten und keinen hoerbaren Finger kruemmen will um neben etwa SILVERSTEIN, WE ARE THE OCEAN oder sogar OF MICE & MEN zu bestehen.

Trackliste:

01. Stand By Me For The Millionth Time
02. You’ve Got a Bad Case of the Religions
03. Pencil Pusher
04. You Should Be Ashamed of Yourself
05. 1%
06. After All These Years… Like a Light Bulb Going Off In My Head
07. Modern Excuse of a Man
08. Inequality
09. Brother
10. Donny
11. The Jade Tree Years Were My Best

Alte Kommentare

von JJJens 03.02.2015 18:24

Nicht ganz so geil wie der Vorgänger Conduit welcher aus dem Nichts das beste Album der Bandgeschichte wurde, aber wieder enorm viele geile Tracks. Im Gegensatz zu Conduit, sowohl härter als auch softer, je nach Track. Starke 8/10 Haben sich auf jeden Fall wiedegefunden.

von schade 04.02.2015 21:29

ich bin auch FFAF Lunatic der 1. Stunde, habe mich auf das Album gefreut, bin aber etwas enttäuscht. Zwar viel drive und Härte, aber irgendwie zündet das nicht so richttig. Finde ich echt schade.

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media