Plattenkritik

GF93 - OSR

Redaktions-Rating

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Release Date: 01.01.1970

 

Es gibt bei mir einen Faktor, der mir ein Album gleich zu einem guten Release macht. Nämlich, wenn Converge-Gitarrist Kurt Ballou die Band produziert hat. Und genau nach diesem Umstand sieht es bei dem vierten Album der Italiener GF93 aus, allerdings wird da ein bisschen geflunkert, da Kurt nur als kleiner Nebenproduziert fungiert hat. Vielleicht mag ja dem ein oder anderen dort draußen noch die italienische Metalband Necromass bekannt sein. Damals lief man in schwarzen Klamotten rum, hatte weiße Farbe im Gesicht und umgedrehte Kreuze in der Hand. Doch anscheinend war das Sänger Carlo Belotti mit der Zeit zu blöd und er begann `97 für GF93 zu singen. Doch was für Musik macht nun GF93? Stellt euch vor Nine, Korn, Deftones und alte Isis würden sich in einem musikalischen Punkt treffen.
So schwanken die Songs häufig zwischen „der hätte auch von den Deftones sein können“ oder „hey, das ist ja schon fast Chaos-Rock“. Jedoch bleibt man häufig in der Deftones-Schiene, weshalb teilweise die im Info-Text erwähnte Einigartigkeit zu leiden hat. Diesen Eindruck hat man besonders bei gesprochenen Gesangspassagen, wie sie besonders im dritten und vielleicht zehnten Track zelebriert werden. Trotzdem kommt immer wieder eine Art Schrei-Gesang in den Refrains zustande, der fast schon melodisch sich zum Teil im Gehörgang festsetzen könnte. Was von Zeit zu Zeit für Abwechslung sorgt ist eine hohe, grelle Gitarre, die in Strophen beinahe dissonant gegen den Gesang anspielt. Dieses Phänomen wird aber immer wieder von einer melodischen Gitarre in z.B. Intro oder Refrain abgelöst. Ein wenig verwunderlich finde ich den letzten Song, einen Remix, der aber nur wie eine Art „andere Interpretation“ wirkt.
Im Endeffekt haben die vier Italiener auf OSR eine Platte gemacht, dir teilweise zu sehr an die Deftones erinnert. Allerdings weiss OSR immer wieder aus dem Muster auszubrechen und zu überraschen.

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Christian

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