Plattenkritik

Gameface - Now Is What Matters Now

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Release Date: 21.03.2014
Datum Review: 23.03.2014

Gameface - Now Is What Matters Now

 

15 Jahre sind vergangen seitdem 1999 „Every Last Time“ von GAMEFACE auf Revelation Records erschienen ist und ich meine Bekanntschaft mit der Band aus Kalifornien machte. Damals waren GAMEFACE neben Bands wie u.a. TEXAS IS THE REASON, SHADES APART, ELLIOTT oder FARSIDE einer der Garanten des Labels Revelation Records für großartigen melodischen Punkrock, die Veröffentlichungen konnte man zu der Zeit quasi blind kaufen, man wurde selten enttäuscht.
Das letzte Album stammt aus dem Jahre 2003 und man stellt sich nun, 11 Jahre später, natürlich die Frage, ob das Comeback die richtige Entscheidung war oder ob, falls sich das Album als Enttäuschung entpuppen sollte, man hiermit die alten schönen Erinnerungen vielleicht nicht sogar etwas schmälern würde. Die vorab veröffentlichte EP „Come On Down“, dessen Titeltrack auf „Now Is What Matters Now“ den Opener gibt, ließ schon vermuten, dass die Bedenken in diesem Fall zerstreut werden können. Vielmehr fühlt sich „Come On Down“ mit seinem ruhigen Beginn an, als würde langsam die Sonne aufgehen und am Horizont ein Freund auftauchen, den man lange Jahre nicht mehr gesehen hat und wenn dann nach knapp 2 Minuten der Gesang von Jeff Caudill einsetzt, merkt man, dass man diesen Freund sehr vermisst hat und es einfach schön ist ihn wieder an seiner Seite zu haben. Das mag sich nun verdammt schnulzig anhören, aber es ist einfach von der ersten Sekunde an ein Comeback Album, dass an die guten Zeiten vergangener Tage nahtlos anknüpft und sich auf die Stärken der Band besinnt. Der Gesang von Jeff Caudill hat schlicht und ergreifend richtigen Wiedererkennungswert, und wenn auch manchmal als etwas glatt bezeichnet, hat erdoch jede Menge Gefühl in seiner Stimme und eine Klangfarbe, welche einfach angenehm und einzigartig ist. Die Gitarren zaubern wiederum die ein oder andere geniale Melodie in den Raum und Songs wie „Swing State“ oder „Regular Size“ sind Beweis genug, dass die gealterten Herren in Sachen Songwriting nichts verlernt haben und einem auch im Jahre 2014 sehr schnell ein Lächeln ins Gesicht zaubern können.
Das einzige Manko aus früheren Tagen, haben sich GAMEFACE aus meiner Sicht leider auch bewahrt, und zwar dass sie auf die Dauer einer Fullength etwas zu eintönig sind. Die Ecken und Kanten fehlen an der ein oder anderen Stelle und die Songs bewegen sich fast ausnahmslos im Midtempo Bereich und nur selten wird das Tempo richtig angezogen oder gedrosselt.
Ein überragendes Album ist es somit nicht geworden, aber dennoch ein wirklich gutes und schönes Stück Musik. Mit GAMEFACE haben Redfield Records auch wirklich einen guten Fang gemacht und ich bin gespannt, die Herren in nächster Zeit auch mal Live abzupassen.

Trackliste:
1. Come On Down
2. Swing State
3. Regular Size
4. Now
5. Picture Day
6. Lifetime Achievement Award
7. Always On
8. Save Your Words
9. The Quiet Type
10. Frames
11. My Troubled Half

Alte Kommentare

von Sascha 20.05.2014 09:51

Find's richtig, richtig gut! Denke, dass GAMEFACE auf Albumlänge eher homogen als langweilig sind. Dazu echt ganz schön viele Hits. Großartig, dass sie zurück sind und mal zeigen, dass Emo früher einmal total unpeinlich und authentisch daherkam (auch wenn das nur wenige interessieren wird).

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Felix M.

Autoren Bio

ruhiger, bodenständiger Zeitgenosse

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