Plattenkritik

Genepool - Sendung / Signale

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Release Date: 28.09.2007
Datum Review: 21.07.2007

Genepool - Sendung / Signale

 

JOY DIVISION goes a long way. Die Trauerklöße um Ian Curtis wurden in der letzten Zeit wohl öfter erwähnt als in der aktiven Schaffensphase. Da gibt es zum einen INTERPOL, die den JOY DIVISION Vergleich trotz beängstigender Parallelen scheuen, und die EDITORS, die vom INTERPOL Vergleich wahrscheinlich seit einiger Zeit die Nase voll haben.

Und jetzt, wo sowohl die Birminghamer, als auch die New Yorker zeitgleich neues (tolles) Material raushauen hört man es durch den Blätterwald rauschen: JOY DIVISION, JOY DIVISION, JOY DIVISION. Gehören EDITORS und INTERPOL allerdings noch zu den hochkarätigen Revivalisten des 80er Sounds, gibt es mit GENEPOOLs zweitem Album die Speerspitze der Epigonen der Epigonen.

GENEPOOL haben sich ein wenig gelöst vom MISFITS und GERMS Sound des Debüts und Opener „About To Say Hello“ erinnert mit typischem Bariton Gesang wirklich an die großen 80er Vorbilder. Krude Synthie-Effekte reihen sich an Herzschmerz Riffs und Ian Curtis mäßigen Gesang. Das könnte belanglos wirken, da die 80er Zitiererei wohl jeden Aspekt der Dekade abgedeckt haben müsste, gestaltet sich bei GENEPOOL aber durchaus angenehm. Titeltrack „Sendung/Signale“ und „Berlin By Night“ machen dank Uptempo Beat und weniger Melancholie als Curtis erlauben würde wirklich Spaß. Erst gegen Ende hin wird der Wave Anteil zugunsten des guten, alten Punks zurückgeschraubt. „Susperia“ lässt kaum mehr vermuten, dass es sich immer noch um Düster-Wave handeln könnte. Aber immerhin hatten JOY DIVISION von dem ewigen Trauerspiel auch irgendwann genug.

Insgesamt also ein wirklich nettes Wave-Punk Album, das sich nicht ganz messen kann mit den Genregrößen, dafür aber auch offensichtlich andere Spielarten und Stimmungen aufweist, als endlose Trübsal.




1.About To Say Hello
2.Please Do Not Go
3.Sendung/Signale
4.Berlin By Night
5.Sense Of Distance
6.Dead Radio
7.Killer Bee
8.Zombie Of Love
9.Just A Dream
10.Suicide Drive
11.Susperia
12.Zählzeit

Alte Kommentare

von Batzen 22.07.2007 03:40

Da macht übrigens Letten, Jack von Smoke Blow mit. Allerdings ganz andre Schiene wie sich erkennen lässt ... Nich meine Baustelle, aber ok.

von Rod 23.07.2007 10:43

Das erste fand ich großartig, kenne bislang nur zwei SOngs, die aber serh fein sind und warum jetzt schon wieder bei GENEPOOL über die \"Epigonen, der Epigonen\"geschrieben wird, Editors/Interpol und Co aber der Freibrief und die Innovatinoo zugeschrieben wird, verstehe ich wieder nicht. \"Neid ist des Deutschen Anerkennung\".. hab ich zwar geklaut, kommt aber bei sowas gut, oder? ;-)

von Dirk 24.07.2007 12:17

Fand die letzte Scheibe auch super. Kenne bis jetzt nur den Song von myspace. Ist definitiv anders aber nach mehrmaligem hören echt der Hammer! Warum jetzt ausgerechnet Genepool Epigonen sein sollen erschließt sich mir auch nicht. Die machen so nen Sound doch schon viel länger als Interpol oder die Editors.

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Dennis

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