Plattenkritik

Ghost Of Tom Joad - Matterhorn

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Release Date: 06.02.2009
Datum Review: 20.01.2009

Ghost Of Tom Joad - Matterhorn

 

Wer ein Debüt wie No Sleep until Ostkreuz veröffentlicht, der muss damit rechnen unter Druck zu stehen. Erlebt man GHOST OF TOM JOAD aus Münster allerdings zwischen der abklingenden Debüteuphorie und der anstehenden „Matterhorn“ Veröffentlichung, so merkt man nichts von Erfolgsdruck und ähnlichem. Das erste Mal, dass mir ein neuer Song von GHOST OF TOM JOAD zu Ohren kommt ist in Trier, im Vorprogramm von JUPITER JONES. Ich war so gespannt, dass ich mir sogar den Soundcheck ansah. Der Song, welcher gespielt wurde hatte soviel Gefühl in seiner monoton wirkenden Melodie, wie selten etwas zuvor. Die Band spielt konzentriert, jedoch ebenso locker und gewohnt ihre neuen Songs. Niemand spürt etwas von Aufregung. Man scheint zufrieden zu sein, mit dem Matterhorn. Der beschriebene Song entpuppt sich als „A Place where you belong“.

Nun liegt es vor mir. „Matterhorn“. Im Grunde ist es doch am schwersten Werke wie diese zu besprechen. Man wartet schon seit Ewigkeiten, die Erwartungen liegen so hoch wie nie. Sobald der Opener „Through Every Organ“ erklingt sind die ersten Zweifel wie weggeblasen. Man kann aufatmen. Sänger Henrik beginnt andächtig mit seiner Gitarre zu singen. Die Melodie passt. Eingängig. Band setzt ein. Wunderbar. So ganz freisprechen von jeglichen Wave Gitarren können sie sich jedoch noch immer nicht. Ist ja auch nichts Schlimmes. Scheppern tut es allerdings bisher noch nicht, wie auf dem Debüt. Das passt aber auch ganz gut. Nicht direkt gediegener, trotzdem irgendwie ruhiger. Dafür gibt es mehr elektronische Anleihen wie beispielsweise das poppige „Back to School“ beweist, ohne jemals zu sehr diese Schiene auszufahren. Der ersten Single „Into the Wild“ glückt durch den deutsch gesungenen Mittelteil ein unglaublicher Spannungsbogen der sich im wunderbaren Refrain entlädt und so für endgültig den Hörer gefangen nimmt. Das gab es auf dem Debüt zwar auch schon so ähnlich, gelingt trotzdem perfekt. Die Stimme von Sänger Henrik ist so penetrant von Inbrunst gefüllt, dass man sich seinem leidenschaftlichen Gesang nie entziehen kann. Gerade das beschriebene „A Place where you belong“ ist das leise Highlight dieser Platte. Wie man in ein derart einseitig wirkendes Lied soviel Melodie packen kann und diese doch wieder so passend unterbringt ist schon wieder beeindruckend. Aber genau da liegt das große Talent, denn Vielseitigkeit ist die Spezialität von GHOST OF TOM JOAD und genau das macht sie, gerade in Deutschland, zu etwas besonderem.

GHOST OF TOM JOAD veröffentlichen mit „Matterhorn“ ein packendes und spannendes Album, welches mit Ideen und wirklich tollem Songwriting glänzt. Auf deutschem Boden der sicherlich heißeste und interessanteste Output, den Deutschland in 2009 zu bieten hat.

Tracklist:

1. Through Every Organ
2. The Body of Lord Francis Douglas
3. Into the Wild
4. A Place where you belong
5. The Waves call your Name
6. The Bomb
7. This Bed is a Fortress
8. Back to School
9. Hibernation is over
10. The End of Everything
11. Kap Farvel

Alte Kommentare

von Pat. 21.01.2009 09:08

Man warted schon seit Ewigkeiten? Das letzte Album ist doch gerade mal knapp 11 Monate auf dem Markt! Aber ich bin auf die neue Platte sehr gespannt, bis jetzt kenne ich nur 'Into the wild'. Mal sehen, den Vorgänger zu toppen wird sehr schwer. (:

von Alex 22.01.2009 10:22

Der Sänger kann mit der Gitarre singen? Cool, andere machen das mit dem Mund :) Trotzdem feines Review!

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Raphael

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