Plattenkritik

Girugämesh - Now

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Release Date: 19.02.2010
Datum Review: 12.02.2010

Girugämesh - Now

 

Ein Freund hat mich bei meiner Kritik zur GIRUGÄMESH Live-DVD zurechtgewiesen, dass das von mir gezeichnetes Bild von der hier in Deutschland präsenten Japan-Szene etwas oberflächlich sei – und ich mich in diesem Kontext mit dem bloßen Nennen von RTL II lächerlich gemacht hätte. Das möchte ich aus dem Grund an den Anfang setzen, weil ich nach wie vor - das gebe ich offen und ehrlich zu - keine Ahnung von dieser Szene habe (und ich daran auch in absehbarer Zukunft nichts ändern möchte). Und somit kann und darf diese Kritik auch nur als „Blick von außen“, nicht aber von „innen“ betrachtet werden. Da sich die meisten Leser hier jedoch wohl eher „außen“ als „innen“ befinden, könnte diese Besprechung immerhin ein gewisses Maß an Relevanz inne tragen – Genrefans haben sowieso ihre Seiten für diese Art von Musik.

Also ein weiteres Mal GIRGUÄMESH. Was hat sich seit dem getan? – Nicht viel. Mal englischsprachig, mal japanisch spielt man sich konventionell direkt mit gainbeladenen Drop-D-Riffs und zahlreichen Scratches durch 14 Stücke, welche ihre japanischen Wurzeln etwas zu Gunsten amerikanischer Vorbilder wie LINKIN PARK begraben. Kleine Solieinlagen gehören dazu ebenso zum Programm wie elektronische Spielereien, die „Now“ mitunter etwas technoides geben. Eine Symbiose, die weniger peinlich wirkt, als man zunächst meinen könnte. Wobei: So ganz scheint man immer noch nicht verstanden zu haben, dass auf dem westlichen Markt Plattitüden wie „I Think I Can Fly“ oder „No Music No Reason“ (ich zitiere die Songtitel) eher peinlich als „cool“ wirken.

Etwas positiver viel meine Kritik zur DVD aus dem Grund aus, dass die visuelle Darstellung recht gut mit der Musik zu fungieren wusste. „Now“ hat dieses visuelle Ass nicht mehr im Ärmel – hier zählt nur noch die Musik. Und die ist hörbar, okay, jedoch mitunter etwas gesichtslos. Vielleicht bin ich – wie gesagt – wirklich der Falsche, um das zu beurteilen; jedoch weiß selbst ich, dass auch Vertreter des J-Rocks/-Metals mehr können als bloß amerikanische Trademarks mit japanischer Attitüde zu vermischen. Zudem schaffen es die Songs bei aller Popigkeit kaum, wirklich hängen zu bleiben. Durchschnittliche Trademarks auch eher durchschnittlich vorgetragen. Was macht das? Ach ja: Durchschnitt.

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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