Plattenkritik

Gnarwolves - Gnarwolves

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Release Date: 19.09.2014
Datum Review: 03.10.2014

Gnarwolves - Gnarwolves

 

In der besten Welt der Welt leben GNARWOLVES. Skateboard fahren, Bier trinken, Pizza essen - alle wirklich relevanten Aktivitäten behalten die Briten im Fokus. Wenn da nicht noch dieses unverschämte Jucken in den Fingern waere, was sich offenbar nur mit explosivem Punkrock verjagen laesst.

Dabei liegt der erst 2011 gegründeten Band mehr am Herzen als bloß alle Klischees kaputtzuleben. "Prove It" prügelt PROPAGANDHI-like davon, hat keine Angst vor Schmerzen oder "Buh"-Rufen und ergibt sich höchstens seinem Hardcore-geschwaengerten Finale. "Boneyard" und "Everything You Think You Know" trauen sich, die Grenzen von Melodie und Chaos mit dickem Filzstift zu verbinden, teils sogar druckvoller und ruecksichtsloser als etwa SMOKE OR FIRE oder I AM THE AVALANCHE aus dem Überseekollegium. "Day Man" hätte anno 1998 für ein dickes Memo im Hause Fat Wreck gesorgt und überlebt dank Hookline und Skatepunkwurzeln mit Leichtigkeit Trends und Gegenwind. Nichts, rein gar nichts machen die GNARWOLVES auf ihrem Debutalbum anders oder neu. Die Riffs von "Smoking Kills" sind nicht unnoetig ausgefeilt oder trickreich, vielleicht genau deswegen reicht das Trio hier Energie und Emotionen in der Familienpackung - als wuerde man Saengergitarrist Thom Weeks mit Entschlackungskur drohen. Der eroeffnende NO USE FOR A NAME-Gedaechtnismoment bei "Eat Dynamite, Kid" mag Zufall sein, der staemmige Kopf-Punk, der "Ebb" und "Flow" nahtlos ineinanderrasen laesst, darf hingegen eiskalt kalkuliert sein und sich Highfives wie Spannungskurve trauen. Wer zweifelt, skippt zurueck zu "Bottle To Bottle", wo GNARWOLVES dem Hoerer auf ihre ansteckende Art und Weise zuprosten, ihn dann kraeftig durchschuetteln und anschliessend mit nach Hause zerren. Zehn Songs in unter dreissig Minuten dauert das Spektakel, fuer das andere sich vierzehn Tage Urlaub nehmen und trotzdem blasser ins Ziel kommen. In einer gerechten Welt wuerde "Gnarwolves" ins weltweite politische Geschehen involviert sein und als Anlaufstelle fuer Konfliktverhandlungen dienen. Denn trotz vorbildlichem Punch und dem unbefleckten Songwriting bleiben die Weeks-Brueder neben Bassistsaenger Charlie Piper stets vor allem eins: transparent und nachvollziehbar.

Trackliste:

01. Prove It
02. Boneyard
03. Everything You Think You Know
04. Bottle To Bottle
05. Smoking Kills
06. Day Man
07. Hate Me (Don’t Stand Still)
08. Ebb
09. Flow
10. Eat Dynamite, Kid

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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