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Good Riddance - Peace In Our Time

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Release Date: 16.04.2015
Datum Review: 13.04.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01: Disputatio
02: Contrition
03: Take It To Heart
04: Half Measures
05: Grace And Virtue
06: No Greater Fight
07: Dry Season
08: Teachable Moments
09: Washed Away
10: Our Better Nature
11: Shiloh
12: Running On Fumes
13: Year Zero
14: Glory Glory

Band Mitglieder

 

Russ Rankin - Vocals
Chuck Platt - Bass
Luke Pabich - Guitar
Sean Sellers - Drums

Good Riddance - Peace In Our Time

 

Was dem kleinen Kind sein Plüschtier, ist dem Skatepunk aus dem kalifornischen Santa Cruz seine Band. Nimmt man ihm oder ihr das liebste, ist die Misere absehbar. „Peace In Out Time“ gibt der langjährigen Bestimmung von Russ Rankin, Sean Selters, Chuck Platt und Luke Pabich ihre ernste, laute und melodische Stimme zurück.
 
Apropos Kind: Eines zarter Worte waren GOOD RIDDANCE noch nie. Veganismus, Kapitalismus, Gleichberechtigung, Tagespolitik - keine unbekannten Parabeln in der musikalischen Geschichte der Band, die ihre achtjährige Abstinenz mit Kapiteln wie Familiengründung, ONLY CRIME oder AUTHORITY ZERO entschuldigt. Gute hundert Sekunden braucht das achte Studioalbum, um mit „Disputatio“ die Sparflamme zu entzünden. Mit Galoppschlagzeug und Pabichs unverkennbaren Hardcoreriffs parken GOOD RIDDANCE auch „Contrition“ oder „Half Measures“ direkt zwischen BAD RELIGION und CIRCLE JERKS - und kehren mit „Take It To Heart“ in die melodischen Gefilde von etwa „Bound By Ties Of Blood And Affection“ zurück. Unnötig zu erwähnen, wie spielerisch sich Band und Arrangements fügen, wie schnell der flockige Chorus von „Grace And Virtue“ zum Zeigefingermagneten mutiert - oder wie unkompliziert und trotzdem massiv „Year Zero“ das Comeback des CaliCore-Vierers feiert.
 
Die Entstehung der vierzehn Songs versteht sich als No-Brainer: Bill Stevenson und Jason Livermore motzen „Peace In Our Time“ genau so weit auf wie notwendig, beinahe jede Minute ist eindeutig in der über zwanzigjährigen Bandgeschichte von GOOD RIDDANCE auszumachen. In der Summe begeistert diese Tatsache mehr, als dass sie bremst: „No Greater Fight“ etwa braucht keine Wände aus Gitarrenspuren, das cremige „Washed Away“ höchstens die Referenz zu den DESCENDENTS. „Teachable Moments“ ist in seiner Melodycore-Machart ein ebenso logischer und organischer Schritt wie „Shiloh“. GOOD RIDDANCE geben (wie jüngst auch die Kollegen von STRUNG OUT) stolz alte Stärken zum Besten, statt sich mit modernen oder aufgebauschten zu schmücken. Tut gut, diese durchdringende Dynamik, dieses blinde Zusammenspiel. Tut noch besser, GOOD RIDDANCE nicht bloss als ausgewrungene Groezrock-Reunion in Erinnerung behalten zu muessen.

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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