Plattenkritik

Great Reversals - To The Ends Of The Earth

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Release Date: 21.04.2012
Datum Review: 27.01.2013

Great Reversals - To The Ends Of The Earth

 

Neun Jahre ist er inzwischen alt. Der Sohn des GREAT REVERSALS Drummers kam bereits taub und autistisch auf die Welt. Eine schwierige Situation für den jungen Vater und seine Familie, die er mit den teilweise entmannend ehrlichen Texten dieser EP verarbeitet.

Und sie sind gewissermaßen auch die Stars dieser sieben, meist kurzen aber intensiven Stücke. Musikalisch ist das Gebit stell abgesteckt - die Referenzen heißen XERXES, MORE THAN LIFE oder MODERN LIFE IS WAR. Dennoch machen GREAT REVERSALS ihre Sache mit Bedacht. Agressiv preschen die intensiven Vocals voran, während die Gitarren die nötige Untermalung schrammeln. Doch erst beim Blick auf die Lyrics entfaltet diese EP ihren wirklichen Reiz.

Denn es sind entwaffnende, beinahe schmerzhafte Textzeilen, die unter die Haut gehen, wie das in "Carrying The Fire" beinahe mantraartig wiederholte "I want to thrive, not just survive". Die GREAT REVERSALS schreiben keine tweetbaren Statusmeldungs-Fragmente, in ihren Lyrics steckt wahrscheinlich mehr Substanz und selbst miterlebtes Leid als in der halben Szene zusammen. Musikalisch ist man auf einem guten Weg, wenn auch noch Luft nach oben ist. Klar könnte man hier und da die Songs etwas zwingender gestalten. Dennoch. Mich würde es nicht wundern wenn diese Band in Zukunft in der Recommended-Artists-Liste immer weiter nach oben rückt. Das große Potenzial ist da.

Tracklist:

1. Open Wounds
2. No Compass
3. Carrying The Fire
4. In Hiding
5. Final Expression
6. Empty Handed
7. Brass Tracks

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Enrico

Autoren Bio

Je ne sais pas. Ein Hoch auf meine Standardantwort im Französischunterricht in der Schule.

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