Plattenkritik

Gregor Samsa - 27:36

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Release Date: 01.01.1970

Gregor Samsa - 27:36

 

Eins vorweg: wer sich nach dem Hauptcharakter des wohl bekanntesten Kafka Buches „Die Verwandlung“ benennt, kann einfach nur gewinnen! Wer sich dazu noch einen Proberaum mit Strike Anywhere teilt, und völlig konträre Musik spielt und das in etwa attraktivst gestaltene Vinyl des Jahres zum Vorschein bringt steht von vornherein ganz oben auf dem Treppchen. Und genau so ist es: „27:36“ ist pure Magie in drei Akten, die ich kaum noch als Songs betiteln will sondern vielmehr von Epen reden möchte. Gregor Samsa sind Minimalisten, die mit sehr wenig Mitteln im Stande sind ungeheure Sapnnungsbögen aufzubauen, wie ich sie zuletzt bei Bands wie Explosions in The Sky oder Godspeed You Black Emperor gehört habe. Grade wenn man denkt, dass auf dem Album nicht wirklich viel passiert, strafen uns Gregor Samsa Lügen, und erweitern ihre bringen eine neue Ebene in ihre Songs. Es ist wie eine Zwiebel mit unendlich vielen Schichten oder ein Flüstern in Dolby Surround. Von mal zu mal entdeckt der gebannte Hörer neues in den Songstrukturen und findet bei jedem Durchlauf neuen Anlass, um „27:36“ ein weiteres Mal rotieren zu lassen. Aus der Musik, spricht eine klar zu erkennende Grundmelancholie, eine tiefe und routinierte Depression, die eine Tiefe schafft, dass dem Hörer angst und bange wird. Doch schließlich wird man sich nicht umsonst nach einem Kafka-Buch benannt haben. Ich bin hin und weg und könnte mir nachträglich selber an die Gurgel gehen, dass ich diese Ausnahmeband live verpasst habe.

Die durchsichtig marmorierte Vinylversion im Siebdruck Cover ist als Split-Label Release bei Riptide/Mi Amante zu beziehen und ist derzeit leider vergriffen, befindet sich jedoch bereits in der Nachpressung. Wer auf den Geschmack gekommen ist sollte einfach mal bei unter genannter Adresse anklopfen.

www.pleasure-syndicate.de/riptide/

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Werner

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