Plattenkritik

H2O - Use Your Voice

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 09.10.2015
Datum Review: 06.10.2015
Format: CD Vinyl Digital

Tracklist

 

01. Black Sheep
02. Skate!
03. Thick and Thin
04. Use Your Voice
05. Father Figure
06. From the Heart
07. Popage
08. LYD
09. Still Dreaming
10. #NotRealLife
11. True Romance

Band Mitglieder

 

Toby Morse - Vocals
Todd Friend - Drums
Todd Morse - Guitar, Vocals
Rusty Pistachio - Guitar, Vocals
Adam Blake - Bass

H2O - Use Your Voice

 

Der Hund, die Freunde, das Skateboard - seit zwanzig Jahren ist und bleibt H2O eine Familienangelegenheit. Wie sich Toby Morse mit (bald) Mitte vierzig tagtäglich durch sein chronisch junges Leben boxt, erzählt der Wahlkalifornier auf "Use Your Voice" mit der Faust auf dem Herz und dem Sohnemann auf dem Frontcover.

 
OLOC, SEOG, PMA. Keineswegs will Posi-Promoter Morse den Fantastischen Vier Konkurernz machen - er bringt lediglich die Werte seines bewegten Lebens unter Dach und Fach. "Use Your Voice" lehrt unter anderem, dass auch ganzkörpertätowierte Camo-Shortträger wahre Liebe und Popmusik gutfinden dürfen. Inspiration durch Familie oder Rollbrett fahren gehen sowieso voll klar. Mit Rasiermesser-Hooks und den positivsten Gangshouts des Planeten gehen H2O weiterhin täglich Mittagessen - "Guilty By Association", "Unconditional" oder "Everready" lassen grüßen. Kein Wunder, dass sich die einhundert pulsierenden Sekunden von "Black Sheep" (die Introansprache einmal ausgeblendet) eher nach siebenwöchiger als nach siebenjähriger Pause anfühlen, die seit "Nothing To Prove" ins Land zog. Mit "Skate!" verbinden H2O im direkten Anschluss pfeilschnellen melodischen Hardcorepunk mit sonniger Lebenskultur - das Ergebnis feiern die besten Buddys der Band wie Musiker/Skateboarder Steve Caballero, Morses Haustätowierer Dan Smith oder das inoffizielle H2O-Mitglied Luke Wessmann im Videoclip gleich mit.
Der Titelsong klingt bissig und ungezügelt wie die Band in frühen Tagen und ist dabei inhaltlich aktueller denn je. "I use my voice for the tortured, for the weak / I use my voice for the innocent who cannot speak". Für Unterdrückung und Ungerechtigkeit ist nirgendswo Platz, für alles umarmende Refrains wie etwa den von "Thick And Thin" hingegen immer und überall. Noch immer niemandem etwas beweisen muss der Fünfer laut Eigenaussage, selbst dem Hang zu womöglich käsiger Radiomusik hält Morse den eigenen "Hardcore Pride" entgegen. Dabei ist "Popage" genau wie das melancholische "True Romance" ein logischer Schritt für H2O im Jahre 2015. Auch besagte Hardcorekids finden derweil graue (oder gar keine Haare mehr) auf dem eigenen Kopf, Prioritäten sehen anders aus als früher und wie war das nochmal mit der Verantwortung? Mit typisch pontiertem Organ ruft der schlaksige Frontmann vor gewohnt tighter Rhythmusgruppeauf, sich nicht im "#NotRealLife" festzufressen, beschwört seinen Background in "Father Figure" und tauscht dabei laufend den vorlautern 20jährigen Wut- gegen den väterlichen Motivationsbrocken.
Natürlich sind dreiundzwanzig Minuten H2O nach achtundachtzig Monaten Wartezeit keine angemessene Aufwandsentschädigung. "Use Your Voice" aber ist keinesfalls ein ausstaffiertes Alibi, sondern vereint alle Stärken, Amtitionen und Emotionen, auf denen die mittlerweile über halb Amerika verstreute Hardcoreband seit zwei Dekaden basiert.

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media