Plattenkritik

Hamferd - Evst

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Release Date: 15.11.2001
Datum Review: 13.11.2013

 

Selten, sehr sehr selten kommt es heutzutage vor, dass ein Album, das mehr oder minder aus dem Nichts kommt, noch zu überraschen weiß – „Evst“ ist ein solches. Es handelt sich dabei um den Erstling der färöischen Doom-Metal-Band. Von Label-Seite als „SIGUR ROS des Metal“ angepriesen, hält man als Hörer diese Darstellung im ersten Moment vielleicht für etwas zu übertrieben. Doch lässt man sich erst einmal auf die Musik der Nordeuropäer ein, versteht man, dass es durchaus Vergleichmöglichkeiten zwischen beiden Gruppen gibt.

Was nämlich die Isländer mit HAMFERD gemeinsam haben, ist die Fähigkeit eine ergreifende, (ähnlich) melancholische Stimmung aufzubauen. Das man dabei nicht auf die selben Stilmittel zurückgreift, sollte klar sein. Wo bei SIGUR ROS flirrende Gitarren und Falsett dominiert, setzten die Färöer auf tonnenschweres Riffing und einen abwechslungsreichen Sänger. Jón Aldará beherrscht nicht nur markerschütternde Growls, sondern auch „normalen“ und epischen, opernhaften Gesang. Epik, die zum Glück nie in übertriebenem Pathos untergeht, und Erhabenheit sind es auch, die HAMFERD von tieftraurigen Genre-Kollegen wie MY DYING BRIDE unterscheidet. Allein das „At Jarda Tey Elskadu“ hat mehr erbauliche Momente als ein ganzes Album der Engländer. Daneben können HAMFERD mit dem intensiven „Sinnisloysi“ (mit geisterhaftem Gastbeitrag der Sängerin Eivør Pálsdottir) genauso verzaubern wie mit dem abschließenden überlangen „Ytst“, dem facettenreichsten Stück der Scheibe, oder dem schwermütigen „Deyðir Varðar“

Insgesamt ist den Färöern ein erstaunlicher Erstling gelungen, der jedem Genre-Fan zusprechen sollte. Zwar findet man wenige, wirklich frische Elemente, die exzellente Kombination der einzelnen Bestandteile ist es jedoch, die dieses Album von seiner Konkurrenz absetzt. Ein eigenwilliges und überraschendes Debütalbum, das auf weitere Großtaten hoffen lässt!



Tracklist:

01. Evst 

02. Deyðir varðar
03. Við teimum kvirru gráu 

04. At jarða tey elskaðu 

05. Sinnisloysi 

06. Ytst

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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