Plattenkritik

Heartsounds - Internal Eyes

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Release Date: 25.10.2013
Datum Review: 18.10.2013

Heartsounds - Internal Eyes

 

HEARTSOUNDS aus der kalifornischen Bay Area sind ein schönes Beispiel dafür wie einfach es sein kann, den eigenen musikalischen Kopf kühl und aufrecht zu behalten. Statt unnötig zu ackern oder in unangenehme Richtungen zu experimentieren, verlassen sich Laura, Trey, Bobby und Ben einfach auf die Momente aus ihrer Jugend, in denen es Mutti immer kalt den Rücken runtergelaufen ist.

Dafür muss(te) Sängerin und Gitarristin Laura Nichol nicht mal besser singen lernen - ihre Einsätze bei "Cycles" oder dem erfrischenden Skatepunktrack "Can´t Always Be Looking Down" bügeln mit Melodie, rasanter Taktung und dem typisch HEARTSOUNDS´schen Metal-Kniff einen würdigen Nachfolger zu "Drifter" aus den Boxen. Die zehn Songs des dritten Albums versprechen (und halten) Sonne, ansehnlichen Wellengang und mindestens ein ausgewaschenes LAGWAGON-Shirt, um dem bandinternen Rezeptbuch gerecht zu werden.

"Where Are You?" mag Überraschungen oder musikalische Ausfallschritte meinen, ohne die die HEARTSOUNDS jedoch auch die letzten Jahre bravourös überstanden haben. Richtig glatt läuft der Melodycore-Vierer - manchmal wie ein Uhrwerk mit Countdownfunktion. Im Titeltrack zum Beispiel reichen sich Murray und Nichol im Midtempostakkato die Hände, mit "A Total Separation Of Self" verzeichnen die Kalifornier zuvor bereits einen der beständigsten Refrains ihrer Diskographie. "Internal Eyes" kann so zwar nicht unerkannt zur eierlegenden Wollmilchsau mutieren - die neunzig Sekunden von "Spiralizing" sind trotzdem clever als ergiebiges Sprungbrett für das tragende "First Light" im Anschluss ausgelegt.

HEARTSOUNDS sortieren ihr Handwerk also zunächst gründlich, dann erst dürfen Details wie die süss klingelnden Chorusharmonien zu "Cycles" durchstarten. Das ungestüme, vorlaute Klangbild aus "Until We Surrender"-Zeiten ist dabei keinesfalls abhanden gekommen - es wurde lediglich etwas weicher gebettet. Das passt zu den Songs auf "Internal Eyes" und gefällt sogar Mutti. Eigentlich waren es bloß die Erinnerungen an kaputte Hosen und Knochen aus alten Skateboardvideos, die stets für Unbehagen sorgten. Mit dem Goldkehlchen-Core von HEARTSOUNDS finden Erinnerungen dieser Art auch 2013 ein anständiges Zuhause.


Trackliste:

01. A Total Separation Of Self
02. Cycles
03. Internal Eyes
04. Can’t Always Be Looking Down
05. Where Are You?
06. Constant Crossroads
07. Spiraling
08. First Light
09. Afterthoughts
10. The World Up There

Alte Kommentare

von ike 21.10.2013 09:19

starke scheibe, wie erwartet. eingängig, schnell, macht spass! hätte nur etwas früher kommen können, wär nen schönes sommeralbum geworden.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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