Plattenkritik

Heaven Shall Burn - Invictus

Redaktions-Rating

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Release Date: 21.05.2010
Datum Review: 14.05.2010

Heaven Shall Burn - Invictus

 

Die Welt geht wieder mal unter. HEAVEN SHALL BURN – der Blockbuster unter den Metalcorebands, das Gemälde mit dem extradicken Rahmen. Aber auch: Die Band – und bitte jetzt wählen -, die ohne Ende stagniert – oder eben die, bei der man immer weiß was man hat.

Ja, „Invictus“ erfindet das (schließlich ja auch so gut rollende) HEAVEN-SHALL-BURN-Rad nicht neu. An die Spitze hat es sie gebracht: Auf das Wacken Open Air, auf die vordersten Seiten zahlreicher Merchkataloge, zur Coverband des Metal Hammers – und zuletzt dort auch zum Album des Monats. Warum also das Rad neuerfinden?

Dabei wurden sie doch zuletzt noch mutiger: „The Final Resistance“ markierte als erster Teil der „Iconoclast“-Trilogie zwar keinen Stilbruch, brachte diesen altbekannten Stil aber gehörig ins Schwitzen, brachte ihn an seine Grenzen. Nummern wie „A Dying Ember“ oder „Joel“ wirkten irgendwie erfrischend, fast schon progressiv, und überhaupt: Dieser konzeptionelle Ansatz, diese Art, wie sich das Album von Anfang bis Ende gestaltete wirkte anders, war irgendwo aber auch nötig – ein zweites „Antigone“ konnte man nicht mehr liefern und wird man wohl auch nicht mehr liefern können.

Und jetzt – nach der DVD „Bildersturm“ – der letzte „Iconoclast“-Teil. Wäre man fies könnte man ihn als routiniert, als festgefahren abstempeln. Einige Songs wie „Combat“ warten zwar erneut mit elektronischen Spielereien auf, ja selbst – wie zuletzt auch MAROON – deutsche Texte finden sich kurzzeitig wieder, und gegen Ende darf sich die weibliche Stimme von DEADLOCK auch noch ins Klanggefüge einbringen; doch letztlich bleiben die Veränderungen natürlich marginal – und Riffing, (die eher politisch links einzuordnende) Art der Texte, Bombast und die hörbar gedoppelten Vocals bleiben nach wie vor so, wie man es kennt – aber eben oft auch liebt.

Und da liegt halt der Hund begraben: Zwar ist „Invictus“ wenn man so will – das machen schon das so typische Streicher-/Klavier-Intro und der darauffolgende, straighte Opener „Omen“ deutlich – eine eigentlich völlig gewöhnliche HEAVEN-SHALL-BURN-Platte, doch sie machen es eben wieder gut. Man bekommt was man will – ohne Schnörkel, ohne Experimente. „Invictus“ ist ein Album welches alles vereint, für was HEAVEN SHALL BURN stehen: Politische, zur Mündigkeit auffordernde Texte, dicke Songgewalten und diese gewisse, spezielle Atmosphäre – erweitert mit klitzekleinen, neuen Nuancen. Und dafür kann man HEAVEN SHALL BURN auch 2010 mögen – oder ihnen eben Einfallslosigkeit attestieren, und letztlich gelangweilt sein.

Alte Kommentare

von Miles 15.05.2010 08:29

Dem Review nach genau so, wie man es erwartem konnte. Ich werds mir trotzdem mal reinziehen.

von Tobikerl 15.05.2010 09:08

Langsam wirds langweilig... auf der Platte passiert auch wirklich garnichts neues. Klingt halt eben genau nach HSB und nachdem was man von ihnen erwartet. Überflüssiges Album

von Traktor 15.05.2010 13:40

Wahrscheinlich würden sich genau dieselben Leute die sich gerade beschweren das HSB immer dasselbe machen, darüber aufregen wenn sie eine andere Richtung eingeschlagen hätten.

von word 15.05.2010 14:23

!

von wencke 15.05.2010 16:36

Bin zwar von dem Elektrozeugs bei "Combat" nicht so begeistert, aber holen werd ich sie mir trotzdem.

von Timo 15.05.2010 18:15

naja immerhin haben die jungs damals olafur arnalds bekannt gemacht. is ja auch schonmal was.

von Bart 15.05.2010 19:39

oh gott bitte nicht die olle von deadlock. mit dem weiblichen gesang von ihr, hat sich schon diese band ruiniert. jetzt muss man sie auch noch auf der hsb hören?!

von hmm 16.05.2010 10:29

geil ist auch,dass sich immer alle darüber aufregen,wenn eine band ihre songs im laufe der zeit nur um nuancen ändert, aber eben diese leute dann unzählige platten von slayer, ac/dc, cannibal corpse, sick of it all, hatebreed, terror, u.s.w. im regal stehen haben...

von twin 16.05.2010 11:28

was soll das eigentlich mit diesen 1000 gesangsspuren?

von Heinzelmann 16.05.2010 16:19

ich hab das nie begriffen, warum die bitte besser sein sollen als andere bands ihres genres... und laut review wird auch die neue platte meine meinung nicht mehr ändern. und ganz recht: wer die vocals so doppelt (eher noch höher potenziert) um brachial zu klingen, der muss offensichtlich sonst was kachieren.

von zerschmetterling 16.05.2010 17:04

@hmm ist halt was andere, ob ne band immer gleich gut ist, oder halt immer gleich schlecht...

von @zerschmetterling 16.05.2010 17:44

seitens meiner einer gab es keinerlei wertung über die qualitäten von HSB. allerdings finde ich es von jemandem, der blind guardian hört schon sehr bedenklich,wenn dieser über qualität von musik urteilen zu gedenkt...

von lern ma deutsch 16.05.2010 17:56

zu urteilen gedenkt!

von Enno 16.05.2010 20:32

HSB bleiben HSB und was anderes will ich auch gar nicht.

von knife party 17.05.2010 01:10

wer will denn ein zweites antigone ?! ich will eher ein zweites dtop.

von samz 17.05.2010 08:32

gutes review. platte wie erwartet.

von @Bart 19.05.2010 09:25

Die Deadlock Frontfrau hat Deadlock erst den nötigen Schub gegeben. Die hat so eine geile Stimme und auch der Song auf dem HSB Album gehört damit zu den Besten auf der Platte

von MUnkvayne 22.05.2010 11:22

solide scheibe. nivht mehr, nich weniger. 7 vollkommen ok. btw: die elektrospielereien sind geil! ;)

von Mastei 22.05.2010 16:02

Die Besprechung der Cd find ich ehrlich gesagt nicht sehr zutreffend, weil mehr über Umstände, Vorgängeralben und Stagnation erzählt, als über das Album an sich! Seis drum, ich finde die Musik hervorragend, die Texte gut geschrieben und die Produktion passend! Es muss nicht immer das Rad erfunden werden,um einen großen Wurd zu landen - ums mal so zu sagen ;)

von fizemike 24.05.2010 10:28

Zonenband! Auf Sie!

von human jerky 13.02.2011 18:02

ich muss echt sagen: das album ist schlecht. es wandelt einfach nur zwischen einfallslosigkeit und wirkt sogar (auf mich) ziemlich aufgesetzt. given in death bestätigt das nochmal kräftig... wirklich enttäuschend was hier abgeliefert wird. nun wäre es mal zeit für eine kreativpause, sonst gehen die jungs noch völlig unter. 2/10 sind noch drin.

von Mastei 07.03.2012 19:53

Oh man, die "passende Produktion" die ich da oben angesprochen hab, nehm ich zurück xD Das ist eher der Loudness Overkill.

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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