Plattenkritik

Hell - Curse & Chapter

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Release Date: 22.11.2013
Datum Review: 27.12.2013

Hell - Curse & Chapter

 

Das erste HELL Album “Human Remains” erschien bekanntlich 2011 mit fast 30 Jahren Verspätung. Jetzt folgt der zweite Streich der Engländer und bietet großes Kino. Und das ist wörtlich zu nehmen, da „Curse & Chapter“ äußerst cineastisch und leinwandtheatralisch ausgefallen ist. Sie haben ein wenig die enge Umklammerung der NWOBHM verlassen und strotzen nur so vor Komplexität und Progressivität. Dieses Album hört sich über weite Strecken wie ein Befreiungsschlag an, so, als wollten sie es uns beweisen. Allen voran David Bower, der Typ am Gesang ist kaum wiederzuerkennen, so entrückt und mitunter aufgesetzt (kurz: theatralisch, denn er käme vom Theater ist zu lesen…) zieht er seine Bahnen und versucht auf Teufel komm raus, Spuren zu hinterlassen. Weniger ist manchmal mehr. Aber diese Spielfreude und der Ideenreichtum der von Bands wie Maiden oder Priest beeinflussten Band ist ein Ohrenschmaus, wobei sowohl die Keybords stärker in den Gesamtsound integriert wurden und der Härtefaktor etwas angehoben wurde. Wenn die Tracks kurz vor der Explosion zum Verrückten (immer unter der Prämisse natürlich, dass wir hier von der NWOBHM-Legende HELL reden!!!) stehen, dann entladen sie sich mit diesen doppelläufigen Metalabfahrten, die das Material in die 80er zurücksetzen. Aufgewertet wurden auch die Soli, die die Tracklist immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholen und vor Testosteron nur so strotzen. Letztlich gibt es auch noch genug Bombast und Epik sowie bitterbösen englischen Humor in den Lyrics. HELL präsentieren sich auf „Curse & Chapter“ demnach von verrückt über vertrackt bis hin zu melodisch und aggressiv, laden zum Schwelgen in alten Zeiten ein und sind mitunter bissig aggressiv. Das Alles wird von einer im hier und jetzt verankerten Andy Sneap Produktion (der auch Gitarrist der Band ist) getragen und klingt verdammt eigenständig.

Tracklist:
01. Gehennae Incendis
02. The Age Of Nefarious
03. The Disposer Supreme
04. Darkhangel
05. Harbinger Of Death
06. End Ov Days
07. Deathsquad
08. Something Wicked This Way Comes
09. Faith Will Fall
10. Land Of The Living Dead
11. Deliver Us From Evil
12. A Vespertine Legacy

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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