Plattenkritik

Heretoir - Heretoir

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Release Date: 25.02.2011
Datum Review: 03.04.2011

Heretoir - Heretoir

 

Wenn ein Genre in den dunklen Spielarten des Heavy-Metal momentan großen Zuspruch erfährt, dann ist es wohl die Mischform aus Post-Rock und Black Metal.
Amesoeurs, Lantlos oder Alcest – all diese Bands haben vorgemacht wie man Shoegaze und Post-Rock Elemente perfekt mit rasendem Black Metal verbindet und so eine dunkle, meist melancholische Stimmung erzeugt. Das deutsche Duo HERETOIR hat sich auch aufgemacht, sich diesem Genre zu widmen.
Bereits durch einige kleinere Veröffentlichungen und Samplerbeiträge in der Vergangenheit an die Oberfläche getreten, liegt nun mit ihrem selbstbetitelten Werk das Debütalbum vor.
Durch das simple, aber stimmungsvoll in Szene gesetzte Coverartwork von Les Discrets Mastermind Fursy Teyssier, macht schon die Aufmachung Lust auf das Album.
Sobald der Rundling dann aber rotiert, machen sich nach einiger Zeit Zweifel breit, ob das hier dargebotene wirklich bahnbrechend, innovativ und nötig ist. Ähnlich wie bei den eingangs erwähnten Bands versuchen HERETOIR durch getragene, melodische Passagen und teilweise entrücktem Klargesang eine dunkle, nachdenkliche Stimmung aufzubauen, die den Hörer in seinen Bann zieht. Sobald die Lieder jedoch in harschen Black-Metal umschlagen offenbart sich die große Schwachstelle dieses Albums – die schreckliche Produktion. Vor allem der Schlagzeugsound ist hier hervorzuheben, der durch seine matschige und scheppernde Abmischung so manch aufkommende Atmosphäre im Keim ersticken lässt. Die, durch zwei synthesizerlastige Zwischenspiele aufgelockerte, Platte schafft es jedoch, gerade in ihren ruhigeren Momenten durch tolle Melodiebögen und der dadurch aufkommenden verträumten Melancholie, zu überzeugen. Die Texte des Duos sind teilweise in deutscher, teilweise in englischer Sprache verfasst und tragen ihren Teil zur schweren Grundhaltung des Materials bei.
HERETOIR schaffen es mit ihrem Debüt ein gutes Album vorzulegen, was an manchen Stellen noch mit kleinen songwriterischen Schwächen zu kämpfen hat. Die Stufe der zu Beginn erwähnten Bands erreichen HERETOIR, auch durch die furchtbare Produktion, jedoch nicht. Ob man diese CD im Regal stehen haben muss, wenn sich einem bessere Alternativen bieten, muss jeder selbst für sich entscheiden, der sich diesem Genre verschrieben hat.

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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