Plattenkritik

Hirax - Immortal Legacy

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Release Date: 21.02.2014
Datum Review: 07.03.2014

Hirax - Immortal Legacy

 

HIRAX lassen den Thrash der 80er wieder auferstehen. Zumindest ist genau das mein Eindruck. Vom Artwork (Barbar mit blutigem Schwert), über die Kleidung (Leder, Kutte und Nieten), die Songs (inklusive Gesang und Lyrics), bis hin zum Sound der Platte gleicht alles wie einer Reise in die Vergangenheit. Der Fluxgenerator wird angeschmissen und man findet sich zu den Hochzeiten von OVERKILL; EXODUS, KREATOR oder TESTAMENT wieder. Genau diese Namen schwirren mir durch den Kopf, wenn Songs wie 'Black Smoke' oder 'The Mouth of the Beast' aus den Boxen dröhnen. Dürfen die das? Klar, die Herren sind ja selber seit nunmehr als 20 Jahren aktiv. Daher wirken sie auf mich auch authentisch. Doch gebe ich zu: Ich mag HIRAX nicht so recht leiden. Doch genau hier mag diese Rezension paradox anmuten!

„Immortal Legacy“ ist kompromisslos in seiner Umsetzung und dennoch abwechslungsreich. 'Helion Rising' oder 'Black Smoke' sind HIRAX (und Thrash) Tradition pur und doch brechen sie partiell die altbewährten Muster auf und erzeugen somit eine unerwartete Dynamik. Das mag an den Gast-Gitarristen liegen, die unter anderem für Bands wie DARK ANGEL oder AGENT STEEL die Saiten zupfen. Für den Sound zeichnet Bill Metoyer verantwortlich, der auch schon in den Lohnbüchern von SLAYER, SACRED REICH, AMORED SAINT und W.A.S.P. stand. Das Cover-Artwork stammt von Philip Lawvere, der bereits für CELTIC FROST etc. die Pinsel schwang.

'Immortal Legacy' IST die Zeit der späten 80er und frühen 90er, keine Kopie. Die Frage ist, ob man das im Jahre 2014 noch braucht. Eines ist sicher: Hier ist alles echt. Kein Triggern, keine Harmonizer oder irgendein anderer technischer Mumpitz, an den man sich dieser Tage so sehr gewöhnt hat. Im Vergleich zu den dicken Platten von AUGUST BURNS RED, CHILDREN OF BODOM, LAMB OF GOD oder auch von Genre-Kollegen wie HAVOK klingt „Immortal Legacy“ wie eine Proberaumaufnahme. Die Stimme ist auf Dauer einfach unangenehm und ohne die gute Gitarrenarbeit würde hier viel Hörvergnügen verloren gehen.

Scheinbar bin ich (bis auf einige Ausnahmen) nicht für Thrash zu begeistern. Aber: Ich gebe dennoch eine vergleichsweise hohe Punktzahl, denn ich finde dass dies genau das ist, worum es beim Metal gehen sollte. Metal ist direkt, unangepasst, kompromisslos und du magst ihn oder einfach nicht. Er nimmt keine Rücksicht auf Trends, er ist sein eigener Mainstream und begeistert nur die Hartgesottenen. In einer Zeit in der Metal und HC „trendy“ geworden sind, ist eine Platte wie HIRAX´ „Immortal Legacy“ genau richtig. Eine Rückbesinnung auf die wahren Werte und nicht nur auf die Warenwerte, wobei ein reines Stehenbleiben und Auflehnen gegen die Zeit auch nicht sinnig ist. Ein bisschen mehr mutige Weiterentwicklung kann auch authentisch wirken.

1. Black Smoke
2. Hellion Rising
3. Victims Of The Dead
4. Thunder Roar, The Conquest, La Boca De La Bestia - The Mouth Of The Beas
5. Earthshaker
6. Tied To The Gallows Pole
7. Deceiver
8. Immortal Legacy
9. S.O.W. (Intro)
10. Violence Of Action
11. Atlantis (Journey To Atlantis)
12. The World Will Burn

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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