Plattenkritik

Holy Grail - Crisis In Utopia

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Release Date: 26.10.2010
Datum Review: 04.11.2010

Holy Grail - Crisis In Utopia

 

Nach der NWOBHM folgte die NWOAHM, die jetzt von der NWOTHM abgelöst wird. Auch HOLY GRAIL, die sich 2008 aus ehemaligen WHITE WIZZARD Leuten rekrutiert haben, bekennen sich zur neuen Welle des traditionellen Heavy Metals und manifestieren ihre Verliebtheit durch ein kitschiges Retrocover und Klischee beladene Metaltexte. Neben der Leidenschaft, die Vergangenheit wieder aufleben zu lassen, überzeugen die Kalifornier vor allem durch das Kombinieren diverser Stile, so bauen sie Speed, Thrash und eine Prise Death Metal in ihr aus 11. Tracks bestehendes Album ein. Im Abschlusssong „Cherish Disdain“ huldigen sie sogar dem Metalcore, vielleicht ein wenig zu viel des Guten. Mit diesem Brückenbau in die Moderne (die auch durch einen fetten Sound auflebt) unterscheiden sie sich von ähnlich gelagerten Bands wie ENFORCER und CAULDRON. Vielleicht könnten HOLY GRAIL als eine Old School Variante von MENDEED am treffendsten beschrieben werden, zumal sie auch neben groovigen Abschnitten des Öfteren das Tempo ordentlich anziehen. Aber „Crisis In Utopia“ verrät es schon im Titel, es krankt ein wenig im Paradies, und 2 Sachen müssen unbedingt auf dem nächsten Release verbessert werden. Zunächst ist die Dichte guter Hooks zu lückenhaft, so finden sich mit „My Last Attack“, „The Blackest Night“ und vor allem „Chase The Wind“ Granaten von treffsicheren Songs, die nicht mehr das Metalhirn verlassen wollen. Es finden sich aber auch einige echte Durststrecken im Repertoire der jungen Wilden, die oben genannte Bands noch nicht einmal auf B-Seiten repräsentieren würden. Und dann könnte der Sänger noch ein wenig an der Kontur seiner noch nicht formvollendeten Stimme feilen. Es fehlt ein wenig an Ausdrucksstärke, Power und Besessenheit. Aber da HOLY GRAIL mit Potential und Feuer unterm Arsch gesegnet sind, darf gespannt auf das weitere Abschneiden der Horde geblickt werden.

Tracklist:
01. My Last Attack
02. Fight To Kill
03. Call Of Valhalla
04. Crisis In Utopia
05. Immortal Man
06. Nocturne In D Minor
07. The Blackest Night
08. Chase The Wind
09. Hollow Ground
10. Requiem
11. Cherish Disdain

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Clement

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Ich fühle mich zu alt

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