Plattenkritik

Holy Martyr - Invincible

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Release Date: 27.05.2011
Datum Review: 10.06.2011

Holy Martyr - Invincible

 

Da haben sich die Italiener von HOLY MARTYR ja was ganz schlaues überlegt: Sie haben ihr neues Album Invincible thematisch auf japanischen Samurai-Sagen und Filmen von Akira Kurosawa aufgebaut, nur um mir ollem Japanologen Sake in den Bart zu schmieren und ein gutes Review abzustauben. So einfach geht das aber dann doch nicht. Ich zähle in der Tat "Ghost Dog" und "Die sieben Samurai" zu meinen Lieblingsfilmen und würde sogar das "Hagakure" als mein absolutes Lieblingsbuch bezeichnen, das heißt aber noch lange nicht, dass ich es für nötig halte diese Werke auch musikalisch noch zu verbraten.

Zugegebenermaßen machen HOLY MARTYR ihre Sache von der instrumentellen Seite auch gut. Astreiner Heavy Metal bei dem die Drachentöter mal durch Samurai ersetzt werden. Schon die ersten beiden Alben handelten von den Römern und den Spartanern. Darüber hinaus bietet Invincible allerdings nicht sonderlich viel Extravagantes. Außer vielleicht ein auffälliger Akzent auf den englischen Vocals. Da wird "Ghoooooost Doooog" wenn man die Lyrics nicht zur Hand hat schnell mal zu "Caaaaastoooor". Sowieso funktioniert jeder Liedtitel auch gleichzeitig in langezogener Form als Chorus, wie man es eben von Power Metal gewohnt ist. Außer vielleicht bei "Ghost Dog" mit dem wunderbaren " Hagakuuuureeeee - it's the only way!". Natürlich ist das durch die vielen japanischen Worte dann auch wieder minimal etwas besonderes. Das eine italienische Band ihren Exoten-Faktor allerdings dadurch erlangt japanische Sagen zu vertonen ist schon ein bisschen Schade.

Qualitativ gibt es aber tatsächlich garnichts zu meckern. Tolle Produktion und gute Riffs sorgen sicher für genug kreisende Matten. Dazu noch das Konzept von verschiedenen historischen Hintergründen und nicht die epische 0815-Drachentöter-Sage machen die Platte schon zu etwas sehr eigenem. Mir persönlich reicht das aber leider nicht. Ich hätte gerne noch etwas mehr musikalische Abwechslung gehabt. Wie wäre es zum Beispiel klassische Instrumente passend zum konzeptionellen Zeitalter mit einzubinden? Dann kämen HOLY MARTYR bei mir auch über eine durchschnittliche Bewertung hinaus.

Tracklist:
01. Iwo Jima
02. Invincible
03. Lord Of War
04. Ghost Dog
05. The Soul Of My Katana
06. Shichinin No Samurai
07. Takeda Shingen
08. Kagemusha
09. Sekigahara
10. Zatoichi

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Georg

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