Plattenkritik

Hot Cross - Fair Trades And Farewells

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Release Date: 01.01.1970

Hot Cross - Fair Trades And Farewells

 

Wer die letzten 3 Jahre auf seinen Ohren gesessen hat dem sei hier noch einmal gesagt, dass es sich bei Hot Cross um den Nachfolger der Band handelt, die mit ihrer selbstbetitelten 7´´ den Startschuss für die fast schon legendäre Level Plane Discographie gab. Natürlich ist die Rede von Saetia, die in keiner Plattensammlung fehlen sollten, und eine der ersten Bands waren, die diesen chaotisch- emotionalen und dissonanten Hardcore spielten, der heute von millionen Wiederkäurbands mehr schlecht als recht kopiert wird. Nunja seit Saetia ist viel passiert und als Hot Cross damals ihre „A New Set Of Lungs“ 10´´ rausbrachten war man sich einig, dass das glorreiche Treiben des Vorgängers hier seinen weiteren Verlauf nimmt. Nach Veröffentlichung der 10´´ schieden sich jedoch die Geister am weiteren Schaffen der Band. Die Split mit Light The Fuse And Run war noch ziemlich nah am Sound der 10´´, wenn auch schon etwas ruhiger und kontrollierter. Als man jedoch das erste Album „Cryonics“ rausbrachte spaltete sich die Fangemeinde in zwei Lager: Die eine Hälfte jammerte den alten Sachen hinterher und wünschte sich die chaotischen und unbändigen Hot Cross der ersten Stunde zurück, während die andere Hälfte die wesentlich ausgefeilteren Strukturen der neuen Songs für das beste hielt was die Band je releaste. In der Tat sind Hot Cross etwas ruhiger geworden, und besonders charakteristisch für die neuen Songs war die unglaublich filigrane, fast schon jazzige Gitarrenarbeit, und die Zunahme der zuvor nicht da gewesenen klaren Vocals. Und wen verwundert es, dass diese angesprochene Entwicklung auf der neuen 12´´ konsequent weitergeführt wird. Die 6 neuen Songs sind noch ausgereifter und das Songwriting ist noch präziser. Sogar ein Instrumental Track ist enthalten. Breakouts und Gewaltattacken sind völlig weggefallen und mussten den komplexen Riffs des fingerfertigen Gitarristen weichen (Man was muss das für ein Tier sein. Der Hörer wird gradezu schwindelig gespielt). Auch die geschrienen Vocals wurden reduziert und halten sich mit dem klaren Gesang in etwa die Waage. Und obwohl eigentlich sämtliche Faktoren reduziert wurden, die für die Power der Band verantwortlich waren, verlieren die Songs aufgrund ihrer tighten Vortragsweise kein Stück an Energie und sind nach wie vor unverkennbar. Immer noch diese einzigartige Atmosphere, die jedes einzelne Hot Cross Stück ausmacht…Doch entscheiden müsst ihr selber.

Es ist mir unerklärlich warum sich die Hörerschaft nach der 10´´ mehr oder weniger von dieser Band abwendete, denn meiner Meinung nach erreichte man erst zu Cryonics Zeiten den absoluten Zenith. Die neue 12´´ schalten noch einen Gang zurück, aber steht der Qualität der Lp in nichts nach, und was auch gesagt wird: Hot Cross sind eine Ausnahmeband und eine wohltuende Erfrischung in einem Dschungel von Plagiaten. Punkt. Nur zu schade, dass man die geplante Tour mit Lickgoldensky abgesagt hat. Vinyl kommt im ultraschicken silber-blau Design und zwei-farbigen Wachs!

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Werner

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