Plattenkritik

In Extremo - Sterneneisen

Redaktions-Rating

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Release Date: 25.02.2011
Datum Review: 10.03.2011

In Extremo - Sterneneisen

 

Die Spielleute sind zurück – ach Moment, das waren IN EXTREMO früher, heute hat sich da einiges getan. Natürlich sind hier und da Dudelsäcke zu hören, natürlich wird oft über die „7“ gesungen, natürlich möchte man immer noch als „Verehrt und Angespien“ gelten, natürlich zitiert man „Stella Splendens“ in „Siehst du das Licht“, aber irgendwie nimmt man es IN EXTREMO dieses Mal nicht ab.
Man könnte meinen die sieben Musiker besingen sich selbst im Lied „Gold“, wenn es heißt „Es ist nicht alles Gold was glänzt“. Denn egal ob die Berliner es nun geschafft haben an der ersten Stelle der deutschen Charts zu landen, ihr Album Nummer 10 hat es eigentlich nicht verdient. Dies liegt nicht einmal daran, dass sie nach dem äußert erfolgreichen letzten Album „Sängerkrieg“ ihren Schlagzeuger gewechselt haben und dieser nun schlecht spielen würde, man sich den Grafen der momentanen Gothic-Überflieger UNHEILIG als Gastsänger geholt oder mit „Stalker“ einen Song fernab aller Mittelalterthematik geschrieben hat.
Nein, es liegt an der Gesamtkonstellation, dass „Sterneneisen“ nicht überzeugen mag. Viele kleine Fehler zerstören das große Bild. Der Text des vorab ausgekoppelten Openers „Zigeunerskat“ beispielsweise ist so einfach gestickt, dass höchstwahrscheinlich ein Kindergartenkind den Refrain bereits beim ersten Hören in der zweiten Wiederholung komplett mitsingen kann, an einigen anderen Stellen wird getreu dem Motto „Reim-dich-oder-ich-fress-dich“ „Wieder und wieder sing ich meine Lieder“ gereimt! Der Gesang auf „Vida La Vida“ der gewollt betrunken klingen soll, nervt und strengt an. Auch das obligatorische „altertümliche“ „Zauberspruch No. VII“ reißt nicht vom Hocker, wirkt zu gewollt und passt nicht in die sonst doch sehr metallische Grundkonzeption von „Sterneneisen“. Weitere Fragen die sich beim Hören stellen sind: Was soll die Metallica „One“-Einlage im Mittelteil von „Auge um Auge“? Warum wählt man mit Mille Petrozza von KREATOR im Lied „Unsichtbar“ einen Gastsänger dessen Stimme von der Michael Rheins beinahe nicht zu unterscheiden ist?
Alles in allem also ein Album, welches ziemlich ärgerlich ist, mit dem Titeltrack „Sterneneisen“,„Gold“ und „Ich vermiss dich“ drei gute Lieder enthält und vielen Mittelalter-IN EXTREMO Fans durch seine fast komplette Zuwendung zum Rock/ Metal (auch wenn der Dudelsack oft im Hintergrund dudelt) verschrecken wird. Die hervorragende Produktion und die natürlich, bei aller Kritik, Live sicher wunderbar funktionierenden Refrains retten IN EXTREMO vor der totalen Bruchlandung – man kann nur hoffen, dass die „glorreichen“ Sieben wieder die Kurve kriegen und wenigstens an „Mein Rasend Herz“ anknüpfen. Vielleicht scheint dann auch wieder der „Vollmond“ über den Berlinern!


Tracklist:

01. Zigeunerskat
02. Gold
03. Viva La Vida
04. Siehst du das Licht
05. Stalker
06. Hol die Sterne
07. Sterneneisen
08. Zauberspruch No. VII
09. Auge um Auge
10. Schau zum Mond
11. Unsichtbar
12. Ich vermiss Dich

Alte Kommentare

von EiNS 12.03.2011 00:14

das is doch eh verdammte schrott-mucke. was hat das auf ner "hardcore"site zu suchen?

von Batzen 12.03.2011 17:38

Aber echt, ihr scheiss Verräter!

von Blasta Tha Butcha! 12.03.2011 23:59

Habt ihr sie noch alle? Hier werden Hip Hop, Pop und was weiß ich für Platten besprochen, und dann sollen In Extremo fehl am Platz sein? „Vida La Vida“ ist zwar wirklich ziemlich dünne, und insgesamt isses sicherlich nicht die beste Platte der Jungs, ABER es sind auch ein paar Perlen dabei. 7/10 plus 0,5 Punktabzug für die Unheilig-Kollabo.

von m 13.03.2011 23:01

Hip Hop & Pop ... haben im Gegensatz zu Mittelalter-Rock ... eine jugendkulturelle Relevanz.

von Blasta Tha Butcha! 14.03.2011 00:02

Achso, das wusste ich nicht.

von Mastei 14.03.2011 07:29

Boah, wenn ihr ne Relevanzdebatte führen wollt geht zu Wikipedia, da könnt ihr das gerne tun. Hier bestimmen immer noch die Redakteuer was für die Seite relevant und was nicht ist.PUNKT!

von Blasta Tha Butcha! 14.03.2011 08:01

Mein letzter Eintrag war auch nicht ganz so ernst gemeint, wie man vermuten könnte.

von Bumsgeburt 14.03.2011 12:08

Achso, das wusste ich nicht.

von LiLaLaunebär 14.03.2011 16:18

Die Band ist so überflüssig wie ein Pickel am Arsch.

von EiNS 14.03.2011 18:19

so wie hip hop oder pop (:

von Mastei 14.03.2011 19:30

..genauso wie Leute die so denken wie du! Solange die Musik gut ist, ists doch vollkommen nebensächlich welchem Genre sie angehört...

von Blasta Tha Butcha! 15.03.2011 21:52

Recht so, Mastei.

von Mannel 27.04.2011 15:49

Was natürlich niemand in sein lächerliches Erbsenhirn hineinbekommt: Die Jungs werden älter das heißt die Emotionen usw.ändern sich. Wer hat schon Bock 15Jahre lang über Hexen,König und Ritter zu singen? ODer wollt ihr etwa jeden Tag Bohnensuppe haben? Oder was?!^^

von Mastei 27.04.2011 16:39

Nur die Einleitung gelesen, hm?

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Manuel

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Ich schreibe Artikel. Manchmal schlecht, manchmal gut, immer über seltsame Musik.

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