Plattenkritik

In This Moment - Blood at the Orpheum

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Release Date: 14.02.2014
Datum Review: 09.02.2014

In This Moment - Blood at the Orpheum

 

IN THIS MOMENT bringen ihre erste Live-DVD auf den Markt, und ich kann nur jedem raten, sich “Blood at the Orpheum” ohne viel Federlesens zu besorgen. Ob man die Band kennt oder nicht. Fan ist oder nur neugierig. Vielleicht sogar etwas voreingenommen. Diese DVD überzeugt und man macht nicht nur neugierig auf die scheinbar fulminanten, audiovisuell unfassbar stark in Szene gesetzten Konzerte, sondern auch auf die Alben „Beautiful Tragedy“, „The Dream“, „A Star-Crossed Wasteland“ und das Erfolgsalbum „Blood“. Ich kannte bislang nur das erste Album der Band, doch das soll sich nach diesem Augen- und Ohrenschmaus ändern.

„Blood at the Orpheum“ zeigt eine sichtlich angeschlagene, aufgeregte und zugleich sehr dankbare Maria Brink, die zwischen den einzelnen Songs in kurzen Interview-Sequenzen Rede und Antwort zu Texten, Tour-Alltag und dem Entstehen der DVD steht.
Dieses Konzert ist ein Spektakel, das dem Wort „Performance“ wirklich verdient hat. Brink als höllische Venus, als weißer Todesengel in Szene gesetzt, wird flankiert von ihren Instrumentalisten, die zwar wie kleine, verdreckte Zwerge aus einem Minenschacht aussehen, aber dafür ihre Gitarren bzw. Drum Sticks beherrschen. Auch wenn natürlich Maria im Vordergrund steht, bemerkt man hier jedoch, dass es auch die Band ist, die das Konzert durch Gestik und Mimik mitträgt, nicht nur rein musikalisch. Denn Brink ist in ihrer Performance relativ stark eingebunden, und bis auf verbale Kommunikation gibt es nicht viel Tuchfühlung, wie bei ARCH ENEMY oder OTEP. Es ist quasi so, als würde man sich ein Musiktheater anschauen. Das Konzept geht im Großen und Ganzen auf. Nur bei „Beast Within“ und dem Anfang von „The Blood Legion“, sowie bei der Bedienung der Nebelkanone in „Blazin´“ fällt auf, dass das aufgebaute Podest in der Bühnen Mitte, welches Dreh- und Angelpunkt der Bühnenshow Brinks ist, doch auch im Wege stehen kann. Der Blick wird auf dieses Podest und Maria fokussiert und vermutlich merkt man erst durch die DVD, wie viel Interaktion mit dem Publikum seitens der Bühne eigentlich durch die Herren in grau kommt.
Das Licht ist klasse, die Bühnenshow auch, der Sound ist fett. Man kann sich vielleicht daran stören, dass, wie bei EVENESCENCE beispielsweise, der Live-Musik ein Sequenzer zugeschaltet ist, über den nicht nur Streicher, sondern auch zusätzliche Vocals eingestreut werden. Das wiederum vereinfacht der Sängerin die Arbeit und ist hinsichtlich der Qualität der Songs zweckdienlich. Dennoch mag es Puristen geben, die genau das ablehnen. Ich für meinen Teil fand das nun weniger tragisch, bin ich sonst recht penibel. Aber die Stimme von Maria ist, abgesehen davon, dass sie einen gewissen Wiedererkennungswert hat (und sie zu Anfang der DVD schon gesagt hat, dass sie nun am Ende der Tour stimmlich nicht ganz fit sei) auch recht dünn, und (vermutlich von ihr gewollt) klingt ohnehin immer ein bisschen so, als wäre sie heiser und würde gleich tonal wegbrechen. Bei „Beautiful Tragedy“ hört man es sehr deutlich, dass es für sie kräftezehrend ist. Daher ist doch das Playback keine üble Sache.

Die Songauswahl ist gut durchdacht, wobei ich das Set zum Ende hin als etwas schwächer werdend wahrnehme. Aus allen Alben werden Songs vorgestellt und man bekommt eine gute Übersicht hinsichtlich der Stilistik der Hit-Singles und den Live-Songs. „Adrenalize“, „Blazin´“, „Beautiful Tragedy“, das beinahe zu Tränen rührende „Into The Light“, „The Blood Legion“, sowie die 'poppigen' Nummern „Whore“ und „Blood“, lassen Songs wie „Burn“, „Beast Within“ und „Gunshow“ im Gesamtkontext schwächeln. Dennoch sind auch diese gute Songs.
Ich kann diese DVD ruhigen Gewissens empfehlen.

IN THIS MOMENT – “Blood at the Orpheum” DVD (01:05:03)

01. Intro: It Is Written / Rise With Me (02:59)
02. Adrenalize (04:54)
03. Blazin’ (05:15)
04. Beast Within (05:31)
05. Beautiful Tragedy (04:57)
06. Into The Light (06:15)
07. The Blood Legion (04:44)
08. Gunshow (06:38)
09. Whore (07:06)
10. Burn (08:03)
11. Blood (06:40)
12. Ending Credits (02:00)

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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