Plattenkritik

Indestructible Noise Command - Heaven Sent… Hellbound

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Release Date: 10.06.2011
Datum Review: 15.06.2011

Indestructible Noise Command - Heaven Sent… Hellbound

 

INDESTRUCTIBLE NOISE COMMAND (kurz I.N.C.) sind eine jener alten 80er Jahre Thrash Kapellen aus der zweiten oder gar dritten Reihe, die es nach über 20 jähriger Pause doch noch mal in den Fingern juckt. Gestandene Männer die nochmal wissen wollen ob sie es noch drauf haben. Thrash Maniacs wird die Band vielleicht durch ihre beiden Alben in der guten alten Zeit bekannt sein, doch schon damals war man eher eine Randnotiz im Metal Business. Der damalige Bandsound war geprägt von dünnen Gitarren und einem nach Jüngling klingenden Sänger. Aus heutiger Sicht, harmloser Thrash/Power Metal der in der Flut der damaligen Veröffentlichungen unterging, die man heute Klassiker des Thrash Metals nennt. Fans der Band mögen mir diese Einordnung bitte verzeihen.

Doch gerade jene, die die Band überhaupt kennen, markieren die eigentliche Zielgruppe. Und hier liegt der eigentliche Wurm bei der ganzen Angelegenheit. Seit Mitte/Ende der Achtziger sind Jahrzehnte ins Land gegangen. Der (Thrash) Metal starb und hatte seine triumphale Auferstehung. Der allgemeine Sound wurde in die Moderne geholt. Und so klingen auch INDESTRUCTIBLE NOISE COMMAND auch gar nicht mehr nach Achtziger Thrash mit dünnen Gitarren und ebenso dünnem Budget, nein sie klingen plötzlich absolut zeitgemäß. Kurz: sie klingen Fett! Das Soundgewand kann sich absolut sehen lassen. Die Drums geben ordentlich Schmackes und treiben den groovig straighten Thrash mit aller Macht voran. Die etwas tieferen Gitarren tun schnörkellos ihren Teil hinzu und Sänger Dennis Gergely ist nicht wieder zu erkennen und erinnert mit seiner leicht feuchten Stimme an einen Phil Anselmo meets Robert Flynn. Das ist kaum noch die Band von damals, dass sollte der Fan wissen. Der Rest kriegt allerdings einen mehr als ordentlichen Faustschlag Thrash an den Kiefer. Gleich der Opener zeigt wo der Hammer hängt. Fette Stakkatos, dazu passende Drumschläge und die immer wieder bekannt klingende Stimme legen zum Einstieg ein gemütliches Tempo vor, bündeln aber im Refrain einen ansehnliches Energie Niveau. Das recht originelle wie simple Lead in der Bridge zeigt, dass die Herren sich doch was trauen. Aber schon mit dem passend betitelnde „God loves violence“ wird das Gaspedal merklich durchgetreten. So muss Thrash klingen. Nach der Videosingle „Bleed the Line“ mit seinen minimalistischen Strophen, die aber ihre Atmosphäre aufbauende Wirkung nicht verfehlen und sich zu einem kleinen Hit entwickeln, wird die Breme aber wieder angezogen. „Swallowed“ ist ein 7 Minütiges Epos, dass als Southern Groove Monster beginnt, ohne zu sehr an DOWN zu erinnern und nach kurzem Violinen Zwischenteil ordentlich Gas zu geben. Besonders schön finde ich es, dass eigentlich durchweg starkes Material auf Lager hat und sich nicht in zu großer Komplexität verliert, ohne interessante Passagen zu vernachlässigen.

Fans von damals werden die Band wohl kaum wiedererkennen. Dafür sollten sich aber einige neue finden lassen. Ein paar Durchgänge sollte jeder Thrash Maniac für diese Truppe übrig haben. I.N.C. haben sich schließlich auch gut 20 Jahre für das Album Zeit gelassen!

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Bart

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