Plattenkritik

Indian - Guiltless

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Release Date: 25.04.2011
Datum Review: 16.04.2011

Indian - Guiltless

 

Zorn. Hass. Wut. Verzweiflung. Wir alle kennen diese Prädikate, wir alle haben sie schon so oft in Verbindung mit mal mehr und mal weniger aufwühlenden Platten gehört. Eine, wo dieses „mehr“ mit zwei Ausrufezeichen betont werden muss, wo diese Worte aus beliebigen Platzhaltern der Einfallslosigkeit wieder Worte der Bedeutung werden, welche in ihrer einfachen Form die einzig wirklich zutreffenden Worte für die Wirkung dieser Musik sein können, ist „Guiltless“ von INDIAN.

Gleiches kann man wohl auch über das Wort „schwer“ sagen. Oder „böse“. Denn genau das ist „Guiltless“: Eine niederstreckende, pechschwarze Gewalt, dabei (gerade im Gesang!) herrlich angepisst und zu keiner Zeit Hoffnung aufkommen lassend. Jede Note ist förmlich mit Negativität überladen, und jeder in die leere Dunkelheit hallende Schrei verstärkt dieses Unbehagen – gerade im unbeschreiblich großartigen „The Fate Before Fate“, welches das Doom-/Sludge-Standbein kurzzeitig gen Black Metal verlagert. Ach ja, Schubladen: Vergesst sie. Klar: Doom und Sludge sind aufgrund des Schwerpunkts auf Schleppendes durchaus passend, doch im Grunde wird sich aus allen Bereichen der düsteren Gitarrenmusik bedient – eben so, wie das auch sein sollte. Niederstreckende Slow-Mo-Dissonanzen gehören somit ebenso zum Programm wie entfernt an Drone erinnernde, wie Scharen von Insekten über einen her fallende Sounds.

Doch darauf kommt es eben nicht an: Es kommt darauf an, dass „Guiltless“ als Ganzes einen völlig homogenen Sound hat, der in seiner Gesamtheit mehr der letztendlichen Wirkung als all den Referenzen Platz einräumt. Deswegen sollte man lieber über die großartigen Momente und Songs reden – und nicht, woran das hier und da vielleicht entfernt erinnert. „The End Of Truth“ hat beispielsweise (gerade gegen Ende!) so ein höllisch donnerndes Drumming, bei dem man sich wie tausend Mal gepeitscht fühlt, und immer noch der Peitsche zum Opfer fällt. Oder „Guilty“, mit seinem sich wie ein Sog entfaltenden Hauptriff, und einen gegen Ende völlig verwahrlost zurücklässt – und das nur, um im nächsten Song wieder weiter zu machen. Apropos -

Tracklist:

1. No Grace
2. The Fate Before Fate
3. Guiltless
4. Guilty
5. The End Of Truth
6. Supplicants
7. Banality

Alte Kommentare

von jona 16.04.2011 19:11

das klingt gut - mal abchecken.

von iamian 16.04.2011 23:32

wenn das hier in die nähe von black sheep wall's niederträchtigkeit rückt und einen so perversen zeitlupen groove hat wie deren track nihility, werde ich die band wohl sehr hart abfeiern. review liest sich jedenfalls so und hat mir den mund wässrig gemacht! tracks werden gecheckt!

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Olivier H.

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"They said, Do you believe in life after death? I said I believe in life after birth" - Cursed

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