Plattenkritik

Instrument - Instrument

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Release Date: 14.05.2010
Datum Review: 08.05.2010

Instrument - Instrument

 

Für irgendein Magazin zu schreiben und gleichzeitig gerne über Post-Rock zu referieren ist ungefähr so wahrscheinlich wie kein 6er im Lotto. Dabei aber stets neue Worte zu finden ist eben schlicht so talentiert wie ein 6er im Lotto. „Band X spielt so und so, der Hörer fühlt dabei das und das und überhaupt sind das die absolut großen Gefühle auf dieser Platte mit einem zehnfachten an Intensität. Krass. Genauso wie bei dem Vorgänger des Vorgängers und natürlich den Vorgängern der Referenzband X.“ So (ungefähr) sieht dann die herkömmliche Review aus. Hat man dann aber eine Platte einer (deutschen) Nachwuchsband vor sich, so fällt das Ringen nach Worten natürlich nochmal schwerer. Denn 1. Möchte man die Band nicht zu Unrecht loben, 2. Möchte man sie keinesfalls schlecht wegkommen lassen. In einem beliebig anmutenden Gefühlsecht-Genre wie dem Postrock ist das aber eben ein schmaler Grat, der nicht selten auf höchst subjektiver Ebene eine viel zu hohe Lobhudelei lostritt. Und jetzt, ich als gefühlsloser Trottel, soll INSTRUMENT besprechen.

Hätte man die unfassbaren THE UNWINDING HOURS neulich live gesehen, so hätte man auch INSTRUMENT vernommen, die das Vorprogramm bestritten. Ein ziemlich undankbarer Job, aber sie meisterten ihn, was ja nicht so üblich ist. Denn auf der Bühne, wie auch auf Platte beherrschen INSTRUMENT vor allem eins: Spannung aufbauen. Schon im Opener, mit dem treffenden Titel, „Show Motion Emotion“ wird das deutlich gezeigt. Ganze neun Minuten musiziert man vor sich her, um im Finale einen Mix aus Lautstärke und orientalem Geklimper zu offenbaren und in den zweiten Song zu münden. Der zeigt dann, was INSTRUMENT lassen sollten: Singen. Die Stimme ist irgendwie deplatziert und sorgt so dafür, dass auch der Song, „Joke On Me“, an falscher Stelle liegt. Das passt nicht ins Konzept, passt nicht zu dem atmosphärisch dichten Post-Rock, den INSTRUMENT im Stile von FROM MONUMENT TO MASSES präsentieren und das zeigt die Band dann auch eindeutig bei den nachfolgenden Stücken. Beispielsweise dem tollen „Watzmann“ und auch dem Schlusslicht „a story told by someone else“. Insgesamt ist „Instrument“ also ganz nett, was mich wieder zu oben aufgeführter These bringt: Nett ist nunmal nur nett, somit irgendwie unscheinbar und unspektakulär. Das sind INSTRUMENT aber keinesfalls. Um hier aber nicht die absolute Lobeshymne loszutreten: INSTRUMENT sind sehr nett, live wie auch auf Platte.

1. Slow Motion Emotion
2. Joke On Me
3. Watzmann
4. The Odd Fish, thats me
5. About suits and dresses
6. Handshake
7. I dont want to lose this beautiful darkness
8. A story told by someone else

Alte Kommentare

von Alex G. 08.05.2010 13:01

Ich fühle mich angegriffen von dir :D Band hab ich aber ähnlich erlebt, nett, nicht mehr, nicht weniger.

von Kilian 08.05.2010 15:00

Geht mir ähnlich, die Lieder die ich gehört habe waren ok. Wären sie besser gewesen hätte ich sicherlich auch noch mehr angehört.

von Alex G. 08.05.2010 15:06

Was wohl der Grund dafür war, die meiste Zeit draußen zu verbringen ;)

von Kilian 08.05.2010 16:07

da ist wohl was dran ;)

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Raphael

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