Plattenkritik

Iron And Wine - Around The Well

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Release Date: 22.05.2009
Datum Review: 02.07.2009

Iron And Wine - Around The Well

 

Bärtige Typen mit Akustikgitarren können gar nichts falsch machen. Selbst B-Seiten Compilations wirken da wie intime Ausuferungen aus dem Leben in der Waldhütte. Und mal ehrlich, so ehrlich und voller Gefühl ist doch eigentlich kein anderes Genre mehr auf der großen Weide der Musiklandschaft. Beackert wird jenes immerhin nur noch von A&R Managern mit Dollarnoten im Blick und Plastikpopperrockerhopper. Da sehnt man sich doch nach was bodenständigem, nach der Rückbesinnung zum Eigentlichen und Typen wie eben Sam Beam. Dem eigentlichen Kopf hinter IRON AND WINE.

IRON AND WINE kann man gut und gerne als Kollektiv anerkennen, da um Herrn Beam mehrere Musiker ihr Dasein pflegen und mit ihm die großen Folklieder aufnehmen, die eigentlich immer Besser als der Rest klingen. Und so ist die Größe von "Around The Well" eigentlich auch schon vorprogrammiert. Eigentlich! Denn B-Seiten wären keine, wenn sie eben doch ein wenig an Klasse einbüßen würden.

So bekommt man auf CD1 Demoversionen aus dem heimischen Studio geboten, die dementsprechend minimalistisch mit Gitarre, höchstens einem Banjo und natürlich der Stimme Beam's leben. Mit "Waitin' for a Superman" bekommt man auch gleich ein ultimatives Highlight geboten, welches im Original allerdings von THE FLAMING LIPS stammt. Ebenso gut und aus der Feder Beams ist da "Swan and The Swimming", welches in seinem traurigen Minimalismus die Sehnsucht widerspiegelt, die "Around The Well" trotz des B-Seiten Charakters transportiert.

Vergleicht man CD1 im Gesamten mit der zweiten, so fällt deutlich auf, welchen Bruch Beam vollbrachte. Setzt sich CD1 noch aus den minimalistischen, ruhigen Demos aus den Anfangstagen 2002 zusammen, kommt CD2 mit den abwechslungsreichen, mit mehr Instrumenten bespielten Songs daher. So gibt es hier mal Klavier, mal mehrere Gitarren, mal ausgefallenes. Allerdings auch die großen Momente. Gerade in der zweiten Hälfte vom Album trumpft "Around The Well" furchtbar auf. "Homeward, These Shoes" oder auch das großartige Schlusslicht "The Trapeze Swinger" inklusive tapsiger Flöte am Ende des Songs.

Sieht man "Around The Well" nun also als ein übliches Album an überzeugt es nur stellenweise in einzelnen Etappen, nimmt man es aber als das, was es ist (und das ist immerhin noch ein B-Seiten Album), so ist es durchgängig überzeugend, traurig und vor allem schön. Mit einem neuen IRON AND WINE Album kann man 2010 rechnen. Wir freuen uns.



• CD 1

1. Dearest Forsaken
2. Morning
3. Loud As Hope
4. Peng! 33
5. Sacred Vision
6. Friends They Are Jewels
7. Hickory
8. Waitin' For A Superman
9. Swans And The Swimming
10. Call Your Boys
11. Such Great Heights

• CD 2

1. Communion Cups & Someone's Coat
2. Belated Promise Ring
3. God Made The Automobile
4. Homeward, These Shoes
5. Love Vigilantes
6. Sinning Hands
7. No Moon
8. Serpent Charmer
9. Carried Home
10. Kingdom Of The Animals
11. Arms Of A Thief
12. The Trapeze Swinger

Alte Kommentare

von René // allschools 02.07.2009 16:00

Für ein B-Seiten Album schon fast zu gut...Allein "The Trapeze Swinger" hätte 10/10 Punkten verdient. Unfassbar wie der Song sich sukzessive steigert. Allerdings überzeugen auch die minimalistischen Songs der ersten CD. Wunderschöne Aufmachung auch. Sam Beam Fans werden die meisten Songs zwar ohnehin haben, dennoch definitiv lohnenswert. Ich geb mal 8/10 und hör mir das Live-Album an. Freue mich schon auf nächstes Jahr...

von arndt 09.07.2009 18:21

super album, super band

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Raphael

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