Plattenkritik

Jaked Off Shorts And Loaded Heads - Flamingo Room

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Release Date: 04.05.2012
Datum Review: 21.02.2013

Jaked Off Shorts And Loaded Heads - Flamingo Room

 

Herzschrittmacher oder Stimmungspillen bleiben auf ihre Art verschreibungspflichtig, „Flamingo Room“ hingegen ist frei zugänglich und auch für Minderjährige mit wenigen Handgriffen zu erlangen. Die Frage, wo hier was nicht stimmt, bleibt vertrauensvoll in Richtung dieser „Band“ aus Komplettdeutschland auszurichten – ein Eimer mit Eiswasser zum Mescalin darf für alle Fälle gern bereitgestellt werden.

So könnte man JAKED OFF SHORTS AND LOADED HEADS auch stumpf als farbenfrohe Freaks abstempeln, würden sie nicht außerdem noch Musik machen. Diese will auf dem zweiten Release des Quintetts bloß erstmal definiert werden. Es brettert und hagelt, klingelt und bolzt – außer generischem Chaos ist weder in „Voodoo Goat Sacrifice“ mit Staub von PRIMUS oder abgeschlachteten RED HOT CHILI PEPPERS noch in „Sciaphobia“ auf elektronikgestütztem Nagelbrett etwas Eindeutiges oder Definierbares zu finden. JAKED OFF SHORTS AND LOADED HEADS lachen sich lieber ins Fäustchen und zerstümmeln mit hauptsächlich Noise, Metal und experimentellem Krachrock, wo alte KORN oder entspannte THE LOCUST sich bereits in Sicherheit wägen.
Bis ans Ende ihrer zweiten EP kann man nicht sicher sein wer hier nicht mehr bei Trost ist: „Neck Swaying Threat“ klüngelt plötzlich mit Funk, dann wieder mit vertracktem Dosenschlagzeug. Frontmann Chopper kippt vom Kreischgesang in aggressives Rappen, dann sogar in vorübergehend erkennbare Strukturen („Twist Preen“). JAKED OFF SHORTS AND LOADED HEADS schlicht als Crossoverband zu betitelten würde der Band in einem Wort ihre künstlerische Gesundheit absprechen.

„Flamingo Room“ kann viel, wenn der Hörer sich als Querdenker sowie aufnahmebereit und detailverliebt outet. Ebenso schnell kann der vierundzwanzigminütige Fahrstuhltrip mit gerissenem Kabel am Konsum des falschen Gegengiftes scheitern. Welches Mittelchen gegen die anhaltende „faked reality“ die fünf höflichen Herren aus Würzburg, Bad Kissingen, Berlin und Erlangen empfehlen, behalten sie auf dieser EP allerdings weiterhin für sich.

Trackliste:

01. Beyond Chaos (Wing Salute)
02. Voodoo Goat Sacrifice
03. Neck Swaying Threat
04. Sciaphobia
05. Twist Preen
06. Nothingness (Inverted Wing Salute)

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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