Plattenkritik

James Yuill - Movement In A Storm

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Release Date: 18.06.2010
Datum Review: 07.07.2010

James Yuill - Movement In A Storm

 

Lichtpunkte werden ihn Bahnen gezogen. Sie verschwimmen zusammen mit der vorbeifliegenden Landschaft. Ein Hauch an die schützende Scheibe und man kann das einzig passende Wort mit seinem Finger an die beschlagenen Stellen schreiben, klischeebeladen. Genau diese zu oft gesehenen und produzierten Bilder eines einsamen Wolfes, der in einem menschenleeren Zugabteil seinen Kopf leicht zur Seite neigt und den nächtlichen Sternenhimmel betrachtet, ruft der erste Song des neuen JAMES YUILL Albums hervor.

Genauso spannend ist dann auch der Song 'Give You Away', der mit düsteren Synthie-Klängen aufwartet und frei von jedwedem Saiteninstrument ist. 'Crying For Hollywood' macht es sofort nach und schon ist man drinnen in einer unschönen Enttäuschung.

Das Vorgängeralbum 'Turning Water Down For Air' hat noch mit einer recht homogenen Mischung aus Folk und Elektronik überzeugt. Davon ist auf MOVEMENT IN THE STORM nicht mehr viel zu spüren. Tanzbarer sollte das Album werden, was eindeutig zu Lasten der Songs ging. Nichts bleibt hängen, die sehr elektronischen Stücke klingen recht beliebig und wurden zum Teil in eine fiese 80er Jahre Patina getunkt ('On Your Own').

Zunächst erinnert allein 'Sing Me A Song' an die Großtaten des Vorgängers. Hier arbeiten Gitarren und Elektrospielzeug nicht gegeneinander, sondern versuchen zusammen etwas auf die Beine zu stellen. Mit 'Wild Goose At Night' hat es auch ein wunderschönes, fast instrumentales, akustisches Stück auf das Album geschafft. Was aber nur als schwache Entschuldigung für das davor laufende fiese House-Stück 'My Fears' gilt. Fast drüber hinweg ist man aber nach 'Ray Gun' einem schön vor sich hin fließendes Stück Folktronic, was mit zu den besten des Albums gehört.

Man wird das Gefühl nicht los, dass JAMES YUILL nicht der verkappte Schlafzimmer-Singer-Songwriter ist für den man ihn hielt, sondern eher ein Produzent für halbherzige Clubsongs, denn sehr halbherzig ist auch MOVEMENT IN THE STORM geraten.

Tracklist:

1.Give You Away
2.Crying For Hollywood
3.First In Line
4.Foreign Shore
5.On Your Own
6.Singe Me A Song
7.My Fears
8.Wild Goose At Night
9.Ray Gun
10.Taller Son

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Kilian

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