Plattenkritik

Japanese Voyeurs - Yolk

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Release Date: 19.07.2011
Datum Review: 06.10.2011

Japanese Voyeurs - Yolk

 

Flanelhemden, kaputte Jeans, Sneakers. Modisch fühlt sich die Hochphase von Courtney Love, "Nevermind" und TEMPLE OF THE DOG auch heutzutage noch recht bieder an. Der Grunge hat seine großen Momente gehabt, ist aber inzwischen wohl doch ausgestorben. Oder doch nicht? Die JAPANESE VOYEURS von der Insel üben Aufklärungsarbeit.

Denn "Yolk" ist primär vor allem eine Sache: postmoderner Grunge. Die Briten haben sich merklich vom Riffing eines Kurt Cobain beeinflussen lassen, speziell die Frühphase zu "Bleach" klingt immer mal wieder durch. Natürlich wird das Ganze in ein modernes Soundgewand gepackt und mit eigenen Ideen gespickt. So weit, so solide. Aber die Suppe von letzter Woche kann jeder wieder aufwärmen. Individualität und Eigenständigkeit verschafft sich das Quintett durch ihre ungewöhnliche Sängerin Romily Alice. Sängerin? Grunge? Courtney Love! Tja, falsch gedacht.

Denn die Dame der JAPANESE VOYEURS klingt vorsichtig formuliert arg gewöhnungsbedürtig. Ein piepsiges Stimmchen mit fremdartiger Betonung und einer dicken Ladung fetten rosaroten Kaugummi. Aber schmeckt eine Mischung aus rohem Dreck und Bubblegum immer noch? Ich will ja nicht unfair sein, die Gute versucht hörbar mit ihrer Stimme Rock'n'Roll zu vermitteln, nur gelingt dies zu keiner Sekunde wirklich.

Schade, schließlich bietet diese scheinbar veraltete Sparte immer noch nahezu unendliches Potenzial. Die Heilsbringer des Grunge sind JAPANESE VOYEURS defintiv nicht, dafür fehlt einfach die authentische, voluminöse Stimme. Denn Songs kann die Band durchaus schreiben.

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Enrico

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Je ne sais pas. Ein Hoch auf meine Standardantwort im Französischunterricht in der Schule.

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