Plattenkritik

Jaya The Cat - The New International Sound Of Hedonism

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Release Date: 03.08.2012
Datum Review: 01.08.2012

Jaya The Cat - The New International Sound Of Hedonism

 

Sterben müssen alle irgendwann - manche leise und unauffällig, andere lauter und mit pompöser Feierei zur Ablebe. Auf dem Weg durchs mindestens so pompöse Leben machen sich Geoff Lagadec und sein friedlich musizierender Anhang allenfalls Sorgen um die aktuelle Abendplanung, die Ladies an der Bar und das Volumen an Sonnenschein und Bier, was ihr Ska-, Soul- und Rootsrock-liebendes Herz in naher Zukunft verdrücken wird. Oder muss. In Amsterdam ticken die Uhren da wohl anders als in Boston.


Anfällig für die Attribute, die JAYA THE CAT auf ihrem vierten Studioalbum stolz und galant (wie gewohnt) präsentieren, ist da sogar „The Germ“: Der Schlagzeuger zog die entspannte und „endradikalisierte“ Variante der Ostküstenmusiker seiner alten Heimat SHADOWS FALL vor – mittlerweile kann sich das Schaffen mit „The New International Sound Of Hedonism“ genauso an den internationalen Theken sehen lassen, wie Lagadec seine Person scheinbar nur nervös auf dem hiesigen Polizeirevier. Dabei sind das treudoof gerade „Late Night Sonic Insurrection“ oder „Thessaloniki“ mit seiner optimistischen Stimmung nicht an den Haaren herbeigezogen oder überdreht - genau wie das vorlaute „Here Come The Drums“ fällt der cleane, clevere Reggae-(Punk)Rock mitsamt Orgel und Bläsersektion in die drögen Wohn- und Kellerräume der Republik ein. Dort pinselt er Buntes und Lebendiges an Wand und Decke – und verlässt unauffällig zu „Bos En Lommerweg“ oder dem düsteren „Date With A Needle“ wieder den Tatort.
Als JAYA THE CAT bekennt sich der Verdächtige mitunter - und ist bemüht um Melodiebögen und einen sommerlich mitschleifenden Gesamtsound, den die vierzehn Songs auf durchgehend ansehnlichem Niveau balancieren.

„Put A Boombox On My Grave“ ist frontal genug für einige Gastzeilen von Kollege Itch (THE KING BLUES), „Fake Carreras“ wäre fast frontal genug für die Marschrichtung gewitzter THE CLASH. Das Spektrum des Quintetts aus USA(msterdam) geht dabei von Beton bis Papier – und verschlingt vom zahmen Frühstücks-Joint bis zum 55%igen Shot das Stimmungstablett.
JAYA THE CAT sollten zukünftig den Wetterbericht bestimmen und moderieren, dann reichen Shorts und Zahnbürste für 320 der Tage im Jahr. „When Everyone Is Just Going To Work – We´re Only Going To Bed...“ Soviel zur Vorbildfunktion. „When I Pass Away, Just Turn The Volume Up And Put That Boombox On My Grave...“ Soviel zu den Testamentsplänen. Genügend Lebenszeit sollte für „The New International Sound Of Hedonism“ also noch eingeplant werden.


Trackliste:

01. Rebel Sound
02. Late Night Sonic Insurrection
03. Here Come The Drums
04. Bos En Lommerweg
05. Unconditional Love
06. Put A Boombox On My Grave (feat. Itch)
07. One Way Ticket Home
08. Thessaloniki
09. Peace And Love
10. Fake Carreras
11. Two Ships Passing
12. Date With A Needle
13. This Could All Go So Horribly Wrong
14. Thank You

Alte Kommentare

von hellcat 02.08.2012 16:10

sehr gutes album

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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