Plattenkritik

Jesse Denaro - Dear, Love

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 13.05.2014
Datum Review: 07.04.2014

Jesse Denaro - Dear, Love

 

Ein bisschen faseln, hauptsächlich entspannen und bloß nie ausbrechen: ein Tag im Leben des JESSE DENARO liest sich sicher ähnlich seiner Musik. Demnach lauert auf "Dear, Love" an keiner Stelle ernstzunehmende Gefahr.

Der Songwriter aus New York State aber mag es nicht ausschließlich gemütlich: "Waiting War" wagt einen Tritt auf den Verzerrer, findet sich aber schnell ebenso in stillen Radio-Pop-Gewässern wie der Rest seines Debütalbums wieder. "The Grand La Monz" borgt sich zu gleichen Teilen JOHN MAYER wie JACK JOHNSON, setzt auf braven Gesang und selbstfindende Texte. Zuvor eröffnet der bebrillte Sänger "Dear, Love" schmalzig und wohl geglättet, erinnert dabei an akustischen Output von THE CLASSIC CRIME ("Someone Save My Life") oder eine frisierte und vor allem entschärfte Version von DEATH CAB FOR CUTIE: leichte Gitarren, hintergründiges Schlagzeug, dazu pflegt DENARO mit seiner Stimme eher die ruhigere Sparte abzudecken. Bei "Speed Of Life" verspielt, im Titeltrack hingegen mit vorsichtigem Country-Vorhaben. Die unschuldige Art und Weise, mit der sich Songs wie das plänkelnde "Bones" oder das groovige "Young & Naive" durch das Album schlängeln, ist leider schnell zu vertraut und ereignislos.

JESSE DENARO gelangt so oft nur knapp an grob-käsigen Arrangements vorbei, die vorrangig (und auf seinen Glauben gestützt) keine Entschuldigung für die aufkommende Langeweile auf "Dear, Love" parat haben. Trotz liebevollen Streichereinsätzen, sonnigem Melodie-Flair und dem sympathischen, leicht nasalen Organ des Musikers aus Orange County überstehen die zehn Songs einfach nicht den Weg bis zum Kopfnicken, losgelöstem Tanzen oder zumindest vorübergehendem Tagträumen. Im Gegenteil: Erst einmal bis "People" vorangekämpft, belohnt JESSE DENARO lediglich mit einer Zeitlupenversion von ROCKY VOTOLATO, der es - stellvertretend für das Gesamtwerk - nicht nur an Feuer sondern vor allem an Momentum fehlt. Für die auflockernden Tempi-Wechsel, warmen "Bababa"-Chöre und dynamischen Versprechen ist es zu diesem Zeitpunkt bereits zu spät.

Trackliste:

01. Someone Save My Life
02. Waiting War
03. Speed Of Light
04. The Grand La Monz
05. Dear, Love
06. Bones
07. Break Your Heart
08. Young & Naive
09. Fear Of God
10. People

Autor

Bild Autor

Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

Suche

Social Media