Plattenkritik

Jim Ward - Quiet In The Valley, On The Shores The End Begins

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Release Date: 21.10.2011
Datum Review: 18.10.2011

Jim Ward - Quiet In The Valley, On The Shores The End Begins

 

Wenn sich die Straßen von El Paso gen Abend leeren und die Terrassensitzplätze im „Hope And Anchor“ rar werden ist vielleicht der richtige Moment für Teelichter und „The Newest One“ oder „Coastlines“ gekommen. Denn was fehlt Mister Ward noch in seiner Sammlung, nachdem er mit AT THE DRIVE-IN den Posthardcore (neu) definierte, mit SPARTA und SLEEPERCAR seine Fühler in Richtung musikalische 360°-Auslebung ausstreckte und nebenbei ein aufstrebender Mittäter im Kulturleben seiner texanischen Heimatstadt wurde? Der Job als Gast-DJ auf Hochzeiten ist es nicht.


Aus drei mach eins: Die Trilogie seiner Solo-EP´s „Quiet“ von 2007, „The End Begins“ (2011) und die 2009er „In The Valley, On The Shores“ führt zu JIM WARD´s Solodebütalbum mit eher einfallslosem Titel. Was soll´s – zählen tut schließlich das Ergebnis. Denn auch der Gitarrist mit Tastenerfahrung kann mitunter tolle ruhige Songs aus dem Ärmel schütteln. „Take It Back“ oder das verspielte „On My Way Back Home Again“ zum Beispiel klingen flüssig und beruhigend – von am Kitsch kratzend bis beinahe britisch gibt Ward seinen Songs nicht viel Überzuckertes mit auf den Weg. Häufig belässt er es bei simplen und überschaubaren Westerngitarrenspuren, die am Wegesrand mal auf ein zartes Piano oder eine unterstützende Zweitstimme (hier die von Maura Davis) treffen. Bei „Easier Said And Done“ träumt der SPARTA-Kopf sich um den Verstand, „Lake Travis“ lässt sogar sämtliche Vocals außen vor. Das schüttelnde „Broken Songs“ lebt von der simplen Zurückhaltung, bevor die fast sterile Stimme von Tegan Quinn (TEGAN & SARAH) auf weitere Herzschläge plädiert und der Song gen Ende Richtung Hymne steuert. Die Begeisterung, die JIM WARD mit klassischen Country-Tunes und staubtrockenem Sound bereits diverse Male zuvor auslebte, findet bei „Waves In Spanish“ ein neues Zuhause und lässt sich die gezupfte Cowboymelodie erst nach über sieben Minuten im nächtlichen Sattel nehmen.
Nach erfolgreichem Abarbeiten der vierzehn melancholischen bis vorbildlich ehrlich aus dem Leben gegriffenen Nummern warten als Quasi-Bonus noch sechs verstärkte Fassungen auf das Ohr des Zuhörers, die „Quiet In The Valley, On The Shores The End Begins“ nahezu überraschungslos ausweiten.

Der glücklich verheiratete Vollblutmusiker scheint also nicht ausgelastet – mit eigener Kneipe, fulminanter Bandgeschichte und diversen lokalen Projekten um El Paso´s Szene finden (oder fanden) sich scheinbar noch ausreichend Abende, die JIM WARD seinen persönlichen und allein bewegten (Folk-) Stücken widmen kann (oder konnte). Mit schönem Ausgang, wie diese Zusammenstellung seines Schaffens über die fünf Solo-Jahre es durchaus – wenn auch nicht dringlich hervorstechend – beweist. Schließlich ist es nicht die Schuld des amerikanischen Hobbyredaktuers, dass er weder nach Städten noch nach Farben benannt worden ist. Qualitative Musik hat er dennoch alle Male zu bieten.

Trackliste:

01. On My Way Back Home Again
02. Take It Back
03. Mystery Talks
04. Coastlines
05. Easier Said Than Done
06. All That We Lost
07. Broken Songs
08. My Town
09. The Newest One
10. This Love Has Gone Away
11. Lake Travis
12. Waves In Spanish
13. Decades
14. The Beginning Of The End
15. Take It Back (Electric Version)
16. Mystery Talks (Electric Version)
17. Coastlines (Electric Version)
18. Broken Songs (Electric Version)
19. My Town (Electric Version)
20. Decades (Electric Version)

Alte Kommentare

von Robert G 21.10.2011 22:54

Sehr schönes und überhaupt nicht überflüssiges Album.

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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