Plattenkritik

Joey Cape & Jon Snodgrass - Liverbirds

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Release Date: 01.03.2013
Datum Review: 04.04.2013

Joey Cape & Jon Snodgrass - Liverbirds

 

Vom Telefon auf die Couch ins Studio in den Tourbus auf die Bühne und in die Herzen weltweiter Begeisterter: Ein Portionsnachschlag Lebervögel ist noch drin, dann ist das Maß aber bald voll. Auch die Geduld wird schließlich nicht jünger.

Dabei geht es JON SNODGRASS und JOEY CAPE gar nicht um das herrliche Quälen des ach so wichtigen Organs: Schlichte Inspiration zum gemeinsamen Splitalbum welches nun via Destiny rereleased wird, war das Maskottchen der Heimatstadt der Beatles. Die würden sich zwar nicht im Grab umdrehen, wenn sie den brav aufgeteilten zehn Songs lauschen müssten, aber für mehr als einen schmalen Funken der Begeisterung dürfte das Projekt mit seiner Kurzatmigkeit und – Verzeihung, bitte – Ansätzen von Einfallslosigkeit nicht ausreichen: JOEY CAPE dreht erneut einer Handvoll LAGWAGON-Songs den Skatepunkhahn zu, was sich mit Hilfe von Snodgrass´ brillant verpennter Stimme aber wenig spannender Instrumentierung aushalten lässt, ohne jedoch einmal zwei Momente am Stück vom Hocker zu reißen. „Whipping Boy“ kommt so überhaupt nicht zum Zug, „To All My Friends“ steckt immerhin noch zum lupenreinen Mitgrinsen an.
Schmerzhaft wird es für den eigentlichen Überhit „Angry Days“, dem jeglicher Saft aus der Dose und Wind aus den Segeln gerissen wird.

Wer das Duo um DRAG THE RIVER-Kopf JON SNODGRASS und seinen handzahmen kalifornischen Kollegen live erlebt hat, wird „Liverbirds“ wohlgestimmter gegenüber treten. Die Emotionen und spielfreudigen Momente, die das Lagerfeuer-Ehepaar in Kürze wieder durch Galerien und Clubs tragen wird, bleiben auf den komplett gemeinsam eingespielten Tracks zu oft vor der Tür stehen. JON SNODGRASS kramt mit „Spiderman, Wolfman“ oder „Jessica´s Suicide“ eindeutig die funktionstüchtigeren Songs hervor, die gar nicht viel mehr als eine flache Westerngitarre zur Begleitung benötigen um sich in Herz und Hirnrinde zu schleichen. Stimme und drückende Atmosphäre rücken den richtigen Moment stets in das rechte Licht – so zu hören beim begradigenden „Losing Everyone“.
Die Daumenfesseln bei CAPE und SNODGRASS haben weiter Bestand und Zweck, dürfen aber nach Dauerpräsenz und zahlreichen Nachzüglern gerne nicht nur auf die Leberfunktion, sondern auch auf Herz und Nieren getestet werden. Potential findet sich in Whisky-Mixgetränken und Filterzigaretten doch genug, meine Herren.

JOEY CAPE: 4/10
JON SNODGRASS: 6/10

Trackliste:

01. To All My Friends
02. Whipping Boy
03. Making Friends
04. Angry Days
05. Alien 8
06. Break Your Frame
07. Jessica's Suicide
08. Losing Everyone
09. Spiderman, Wolfman
10. Mexican Song

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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