Plattenkritik

Johnny Cash - "Bootleg III: Live Around The World"

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 07.10.2011
Datum Review: 24.10.2011

Johnny Cash - "Bootleg III: Live Around The World"

 

Ich spare es mir JOHNNY CASH unseren geschätzten Lesern vorzustellen. Das ist nicht nur beleidigend dem Künstler, sondern auch unserer Anhängerschaft gegenüber diskreditierend. Das wäre wohl so, als müsse man einem Kind im Abendland verklickern, wer der Weihnachtsmann ist oder der Papst. Kennen wird ihn jeder, doch Songs von ihm gehört? Das vielleicht nicht, auch wenn der sehr authentische Film “Walk The Line” doch so manch neuen Fan ins (Country-)Lager geschwemmt hat.
Doch: Warum sollte man sich diese Bootleg Doppel-Disc CD Sammlung kaufen? Das habe ich mich als großer CASH Fan und Sammler gefragt. Man kennt die meisten Stücke ja dann doch und 9 aus zehn 'Collections' beinhalten eben doch immer wieder dieselben Songs. Lerne ich etwas über diesen Künstler? Die Antwort ist schlicht und ergreifend: Ja!
Man nehme einfach die beiden vorher gegangenen Bootlegs I und II und mache sich ein Bild über die Ansammlung seiner Hits, sodass man sich mit dem großen musikalischen Schaffen JOHNNY CASHs vertraut gemacht hat. Wer Hollywood nicht mag, kann auch auf die Biographie von Steve Turner zurückgriefen, welche einige Menschen in meinem Umfeld ergriffen hat, obwohl sie keine CASH Anhänger waren. So hat man dann ein sehr gutes Bild über diesen Mann, der einst sagte: “I never cared much for Rock´n´Roll, because I have too much Country in my soul!” Dieser einzigartige Volkssänger der generations-, genre- und politisch-übergreifend agierte und sich immer noch unzähliger Bewunderer erfreut, ist zurecht eine Legende – das auch schon zurecht zu Lebzeiten. Und eben das wird in diesem wunderschönen Live Bootleg repräsentiert.
Es wird hier der Fokus auf die kleinen Clubshows gelegt, in denen der Großmeister ganz unbefangen und menschlich, ohne Star-Attitüde mit seinem Publikum kommuniziert und interagiert. Wahrlich authentisch und, für mich, ergreifend. 53 Live-Mitschnitte, die einen Zeitraum von 23 Jahren widerspiegeln. Die Anfänge in den 50ern bis hin zu den großen: Der legendäre Auftritt beim Newport Folk Festival (1964) – mit dem berühmten Gruß an seinen Freund BOB DYLAN, ein Auftritt vor US-Soldaten in Vietnam (1969), das legendäre Konzert im Weißen Haus vor US-Präsident Nixon, der auch noch eine relativ lange Begrüßungsrede hält (1970)und natürlich ein Gefängnisgig im schwedischen Osteraker Prison (1972). 39 der 53 Tracks sind unveröffentlichte Aufnahmen, die von Coveversionen, über Gospels, Duette mit seiner Frau JUNE CARTER, bis hin zur Darbietung seiner größten Hits, viel interessantes Material bietet. Dem Kenner fällt auf: Die Ansagen vor den Shows, die in den 50ern aufgenommen wurden, sprühen vor Esprit, Witz und Charme. Die späteren aber zeichnen den CASH, der in den 60ern dem Alkohol, den Drogen und einer gewissen Todessehnsucht zum Opfer gefallen war.
Der Mann der im Jahre 2003 im Alter von 71 Jahren starb ist eine bis heute unterbewertete Persönlichkeit. Man merkt dies erst, wenn man sich näher damit beschäftigt. Für diese Doppel-CD heißt das folgendes:
Dem Fan ist sie eine Bereicherung und ein kostbares Gut in der heimischen Plattensammlung. Der, der mit CASH noch nicht viel oder gar nichts anzufangen weiß, wird sie nicht den Weg ebnen. Da muss man einen Umweg gehen. Da will ich ehrlich sein und die Kirche im Dorf lassen.
Ich bin aber sehr glücklich über und mit dieser CD, doch mit eben erwähnter Kritik (und dem verwöhnten Ohr, was Sound angeht), komme ich „nur“ auf

8 Skulls

Linc
Track List:

CD 1:
1. So Doggone Lonesome
2. I Walk The Line
3. Get Rhythm
4. Country Boy
5. I Still Miss Someone
6. Cotton Fields
7. I Walk the Line
8. Luther’s Boogie
9. Impersonations
10. Rock Island Line
11. The Rebel – Johnny Yuma
12. Introduction – Pete Seeger
13. Big River
14. Folsom Prison Blues
15. I Still Miss Someone
16. Rock Island Line
17. Don’t Think Twice, It’s Alright
18. I Walk The Line
19. Ballad Of Ira Hayes
20. Keep On The Sunny Side
21. Big River
22. Wreck Of The Old ’97
23. Tennessee Flat Top Box
24. Remember The Alamo
25. Cocaine Blues
26. Jackson – duet with June Carter Cash
27. Long-Legged Guitar Pickin’ Man – duet with June Carter Cash
28. Ring Of Fire
29. Daddy Sang Bass
CD 2:
1. Introduction – President Richard M. Nixon
2. A Boy Named Sue
3. Five Feet High And Rising
4. Pickin’ Time
5. Wreck Of The Old ’97
6. Lumberjack
7. Jesus Was A Carpenter
8. What Is Truth
9. (There’ll Be) Peace In The Valley (For Me)
10. He Turned The Water Into Wine
11. Were You There (When They Crucified My Lord)
12. Daddy Sang Bass
13. The Old Account
14. Sunday Morning Comin’ Down
15. The Prisoner’s Song
16. That Silver Haired Daddy of Mine
17. City Of New Orleans
18. Ragged Old Flag
19. One Piece at a Time
20. Hey Porter
21. There You Go
22. Give My Love to Rose
23. (Ghost) Riders in the Sky
24. I’m Just An Old Chunk Of Coal

Alte Kommentare

von One of the Biggstet 24.10.2011 18:14

Ohne es gehört zu haben kann man mit JC eigentlich nie was falsch machen... Man muss nur drauf achtenwelcher Geldgeilen Plattenfirma das Geld in den Racehn wirft ^^

von DrKolossos 24.10.2011 22:51

Eine der stärksten Reviews die ich hier bisher gelesen habe!!

Autor

Bild Autor

Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

Suche

Social Media