Plattenkritik

Jonny Two Bags - Salvation Town

Redaktions-Rating

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Release Date: 20.06.2014
Datum Review: 18.07.2014

Jonny Two Bags - Salvation Town

 

JONNY TWO BAGS aka. Jonny Wickersham kennt man von den US BOMBS oder zumindest von SOCIAL DISTORTION. Nun brachte der Gitarrist unlängst sein erstes Solo Debut „Salvation Town“ heraus und was soll man sagen: Es ist großartig!

Stilistisch bewegt er sich zwischen Country, Folk, Americana und seichterem Punkrock. Die Texte sind tiefgründig, wenn auch weniger schwer und verärgert, wie bei anderen Rock Interpreten. 'One Foot in the Gutter' oder 'Avenues' überzeugen mit leichter Instrumentierung, Ohrwurmmelodien und einem Rhythmus, der in einem italienischen Café bei Rotwein genauso funktionieren dürfte, wie in einem Cabrio den Sunset Strip runter zu eiern, mit einer Buddel Jack im Schoß. Für Deutschland reicht es auch. Auf jeden Fall hat man das Bedürfnis diese CD mit anderen Menschen zu teilen und einfach los zu fahren.
'Clay Wheels' ist ein Hit der unter die Haut geht und 'Waywar Cain' überzeugt durch latente Bluesanleihen und profitiert durch die Mitarbeit von David Hidalgo und seinen Söhnen David Jr. und Vincent. Überhaupt hat JOHNNY TWI BAGS viele Gäste dabei. Bandkollegen Brent Harding (SOCIAL D., Bass) und Danny McGough (SOCIAL D., Keys), Pete Thomas der für ELVIS COSTELLO trommelt, Sängerin Gaby Moreno und noch ein paar mehr. In den zehn Songs schimmert jedoch immer ein bisschen Hoffnung durch, sodass die Melancholie nicht überwiegt. 'Ghosts' ist so ein Paradebeispiel und bekommt durch die Violine ein leichtes Irish Folk Feeling, hingegen 'Hope Dies Hard' Americana durch und durch ist. Mit ein bisschen mehr Gitarre und weniger Slide Guitar, hätte dieser Song auch auf einer SOCIAL D Platte Berechtigung gefunden. 'The Way It Goes' entlässt den Hörer dann aus einem Album, das selten ausbricht, aber dennoch viele Höhepunkte beinhaltet. Ein sehr emotionales Album, ohne kitschig und düster zu sein. Immer wieder scheint noch die Sonne durch. Aber eher die eines Sonnenuntergangs oder die Morgendämmerung. Leicht, süß, dezent, mit einem Versprechen, dass alles besser wird. Ein Piano hier, eine Hammond da, ein stampfender Beat der dem kalifornischen Punkrock Tribut zollt, ein Latin Einwurf woanders, Violine, Slide Guitar für das Truckerfeeling und dezente Stromgitarren, dazu schöne Melodien und die Stimme Jonnys, die wie bei DAVE HAUSE, TIM ARMSTRONG, MIKE NESS, CHUCK RAGAN, HANK WILLIAMS III oder DUSTIN KENSRUE einfach ehrlich und etwas dreckig klingt. Dadurch geht sie sofort durch Mark und Bein. Irgendwo schimmern auch noch DYLAN, KRISTOFFERSON und CASH durch, was das ganze zu einem Ohrenschmaus werden lässt.

„Salvation Town“ wird jetzt sofort seinen Weg ins Auto finden, wo sie mich in den Urlaub begleitet. Ich freue mich jetzt (fast) mehr auf die Fahrt.

Tracklist

1.) One Foot In the Gutter
2.) Avenues
3.) Then You Stand Alone
4.) Clay Wheels
5.) Forlorn Walls
6.) Wayward Cain
7.) Ghosts
8.) Hope Dies Hard
9.) Alone Tonight
10.) The Way It Goes

Alte Kommentare

von Manni Bananenflanke 20.07.2014 11:09

Nach diesem Review und der Empfehlung überrascht die Bewertung mit "nur" 7 Punkten.

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Linc

Autoren Bio

Singer-Songwriter bei "Linc Van Johnson & The Dusters" (Folk´n´Roll) Singer @ Supercharger (DK) Part of the ALLSCHOOLS family since 2006.

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