Plattenkritik

Joshua - Choices

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Release Date: 24.06.2011
Datum Review: 15.07.2011

Joshua - Choices

 

Gewinnspielfrage: Welches unaufregende Phänomen gab es schon vor 13 Jahren? Den alltäglichen Smartphonewahnsinn? Nudeln im Kochbeutel? Oder zuviele Emorockbands aus den US of A, wovon nur eine Handvoll bis heute durchgehalten hat - wahrscheinlich sogar teils berechtigter Weise? Aha!

Als Nokias Topseller noch das 6150 war, bretzelten sich JOSHUA auf, um mit den GET UP KIDS oder JETS TO BRAZIL die Welt unsicher zu machen. Was damals so seicht und twangig aus dem Proberaum in Orange County, New York drang, soll 2011 auch klappen, oder sogar noch besser und natürlicher funktionieren. Fakt ist, JOSHUA bewegen sich auf vertrautem Gebiet, was "We Got Old" gleich ehrlich und direkt nach dem zarten "Goodbye Grey Afternoon" beweist. Dan Coutant zwitschert etwas weinerlich und doch nett "We´re Shopping For A Dream, But They´ve All Been Sold", die schrägen und angezerrten Gitarren von Dan und Kollege Keith Bogart erinnern angenehm an die "alten Zeiten", in denen ein zierlicher Jungenname im Bandtitel der Hit schlechthin war. Unspektakulär bis fast lähmend, dennoch mit smarten bis poetischen Texten ziehen "The Defeatist" und "Oh My Dear" vorbei, "Jet Black" bietet immerhin noch eine tolle Chorusmelodie. "Mean What You Say" fehlt es nicht an jugendlichem und unbändigem Schwung, wenn auch ein mutiges Gitarrensolo mitten im Geschehen den Kopf fragend anheben lässt.

"Choices" ist - und die drei goldenen Buchstaben dürfen mit voller Inbrunst hier verwendet werden - ein EMO-Album wie es um die 2000er im Buche stand - nicht zuletzt gegen Abspann nochmals durch "More For Giving" klar unter Beweis gestellt. Ein gutes Jahrzehnt später wirkt das Comeback von JOSHUA zwar Ernst gemeint (man hätte auch eine innovative Metalcore-Band gründen können, wäre der Kontostand der alleinige Reuniongrund gewesen...), aber nicht zu 100% wasserdicht vollzogen. Der Bonuspunkt für Stiltreue und immensen Revival-Mut ist bei JOSHUA in guten Händen, doch reicht es nicht ganz, um nach vielen Jahren Abstinenz den Hörer so aus den Socken zu hauen, wie es Kochbeutelpasta oder Touchscreentelefone heute nun mal tun.

Trackliste:

1. Goodbye Gray Afternoon
2. We Got Old
3. Temporary Flight Restrictions
4. The Defeatist
5. Jet Black
6. Mean What You Say
7. Oh My Dear
8. More For Giving
9. The News

Alte Kommentare

von also entweder 16.07.2011 10:31

hab ich vllt einen unterschwelligen Witz nicht verstanden, oder aber im Text verbirgt sich wirklich ein Fehler: Orange County liegt in Californien. nices Review

von xasgx 16.07.2011 20:26

gibt auch ein orange county in new york, z.b. wo auch die orange county choppers firma beheimatet ist. immer diese klugscheißer die nach fraglichen fehlern suchen, lieber mal nachdenken bevor man postet

von bleib locker 16.07.2011 20:51

hab doch gesagt, dass ich mich auch irren könnte ;) gibt schlimmeres, denk ich.

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Moppi

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Alt, langweilig, tierlieb.

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