Plattenkritik

Judas Priest - Defenders of the Faith (30th Anniversary Edition)

Redaktions-Rating

Info

Release Date: 06.03.2015
Datum Review: 18.02.2015

Judas Priest - Defenders of the Faith (30th Anniversary Edition)

 

Viele von euch werden bei dem Namen JUDAS PRIEST die Nase rümpfen. Vielleicht zu recht, denn mittlerweile scheinen die Briten in ihrer Schmalspurbesetzung nur noch die willigen Kühe melken zu wollen. Die letzten Alben sind mehr oder weniger belanglos, nur noch hartgesottene Die Harder Kuttenträger können sich noch an den musikalischen Ergüssen ergötzen. Der Stellenwert der Herren aus Birmingham war jedoch mal ein anderer. Ende der 70er und vor allem Anfang der 80er Jahre standen sie ganz oben auf dem Treppchen der New Wave Of British Heavy Metal (NWOBHM) und beeinflussten mit ihrem legendären klassischem Heavy Metal unzählige Bands. Seht euch nur die Tracklist eines ihrer besten Alben „Unleashed In The East“ an und ihr könnt erahnen, woher Bands wie EXCITER, SINNER, RUNNING WILD oder TYRANT sowie Tim "Ripper" Owens Inspirationen zur Namensgebung fanden.

Ihr 1984 erschienenes und bis dato neuntes Studioalbum „Defenders Of The Faith“ soll nun hier zum 30jährigen Geburtstag gefeiert werden und dazu wurde das Album remastered sowie mit einer neu gestalteten Klapphülle sowie 2 Bonus CD mit Liveaufnahmen versehen. Das Album markierte damals den absoluten Höhepunkt der Band und zu keiner Zeit klangen die Herren Rob Halford (Gesang), K.K. Downing/Glenn Tipton (Gitarre), Ian Hill (E-Bass) und Dave Holland (Schlagzeug) besser. Vielleicht ist noch das 1990 erschienene „Painkiller“ als ebenbürtig zu erwähnen, aber „Defenders Of The Faith“ hatte bei den Priest-Fans deshalb einen besonderen Platz eingenommen, weil es das erste wirklich lupenreine Metal Album der Band war. Natürlich haben auch die vorherigen Klassiker-Alben „British Steel“ und „Screaming For Vengeance“ einen gehörigen Schuss schweren Stahls abbekommen, aber dieses Album markierte einen Höhepunkt des klassisch europäischen Heavy Metals, der Bombast und Melodie umschlang und vielleicht mit Power Metal am besten beschrieben werden könnte.

Natürlich lebt dieses Album auch von der einzigartigen Stimme Rob Halfords, der damals über eine der besten Metalstimmen überhaupt verfügte. Seine opernhafte markerschütternde Falsett-Stimme und sein unverwechselbares Rock-Timbre sind natürlich auch auf dem Defenders-Album legendär. Darüber hinaus spielten die Twin-Gitarren von K. K. und Tipton mit ihren sich duellierenden Leadgitarren eine tragende Rolle. Die einzelnen Songs auf diesem Album sind natürlich alle Klassiker, wobei sich allerdings kein Track in der Setlist live so richtig durchsetzen konnte. Aber wer im Bereich des Heavy Metals mitreden möchte, sollte „The Sentinel“ (das von seiner düsteren Atmosphäre und den Tempowechseln lebt), "Some Heads Are Gonna Roll“ (eine stampfende Mitgrölnummer) und „Freewheel Burning“ (der rasante Opener des Albums) kennen.

Der Kauf dieses Albums ist somit immer dann eine lohnenswerte Investition, wenn sich damit ein Stück Metalgeschichte gesichert werden soll. Auch die beiden Live-CDs wissen zu überzeugen, zumal sich hierauf eine quasi Best-Of der JUDAS PRIEST Ära bis 1984 befindet.

Tracklist:

Disk: 1
1. Freewheel Burning
2. Jawbreaker
3. Rock Hard Ride Free
4. The Sentinel
5. Love Bites
6. Eat Me Alive
7. Some Heads Are Gonna Roll
8. Night Comes Down
9. Heavy Duty
10. Defenders Of The Faith

Disk: 2
1. Love Bites - Live At Long Beach Arena, 1984
2. Jawbreaker - Live At Long Beach Arena, 1984
3. Grinder - Live At Long Beach Arena, 1984 - Judas Priest / Halford, Rob
4. Metal Gods - Live At Long Beach Arena, 1984
5. Breaking The Law - Live At Long Beach Arena, 1984
6. Sinner - Live At Long Beach Arena, 1984
7. Desert Plains - Live At Long Beach Arena, 1984
8. Some Heads Are Gonna Roll - Live At Long Beach Arena, 1984
9. The Sentinel - Live At Long Beach Arena, 1984
10. Rock Hard Ride Free - Live At Long Beach Arena, 1984

Disk: 3
1. Night Comes Down - Live At Long Beach Arena, 1984
2. The Hellion - Live At Long Beach Arena, 1984
3. Electric Eye - Live At Long Beach Arena, 1984
4. Heavy Duty - Live At Long Beach Arena, 1984
5. Defenders Of The Faith - Live At Long Beach Arena, 1984
6. Freewheel Burning - Live At Long Beach Arena, 1984
7. Victim Of Changes - Live At Long Beach Arena, 1984
8. The Green Manalishi - Live At Long Beach Arena, 1984
9. Living After Midnight - Live At Long Beach Arena, 1984
10. Hell Bent For Leather - Live At Long Beach Arena, 1984
11. You've Got Another Thing Comin' - Live At Long Beach Arena, 1984

Autor

Bild Autor

Clement

Autoren Bio

Ich fühle mich zu alt

Suche

Social Media