Plattenkritik

KEVIN DEVINE - Live At St. Pancras Old Church

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Info

Release Date: 19.02.2016
Datum Review: 22.02.2016
Format: Vinyl Digital

Tracklist

 

01. You'll Only End Up Joining Them
02. Brooklyn Boy
03. Write Your Story Now
04. No Time Flat
05. Every Famous Last Word
06. Not Over You Yet
07. Ballgame
08. Between The Concrete And Clouds
09. I Used To Be Someone
10. Redbird
11. Little Bulldozer
12. Carnival
13. Brother's Blood

Digitale Bonustracks:

14. Just Stay
15. Me And My Friends
16. Letting A Good One Go
17. Protest Singer
18. Yr Damned Old Dad
19. Cotton Crush
20. Tapdance
21. You're My Incentive
22. Off Screen
23. Private First Class
24. Bubblegum
25. Now Navigate
26. It Never Stops
27. Gießen
28. Another Bag Of Bones
29. She Stayed As Steam
30. All Of Everything Erased

KEVIN DEVINE - Live At St. Pancras Old Church

 

Ein Gastspielprofi wie KEVIN DEVINE benötigt eigentlich keinen physischen Nachweis für seine Livequalitäten. Da ein Stelldichein mit dem New Yorker und dessen wahnwitzigen Stories aber unglaublicherweise wie die Faust aufs Auge in die heimelige St. Pancras Kirche im Herzen Londons passen, empfiehlt es sich, zu einer guten Flasche Rotwein die Klingel ab- und ausreichend Pizza zu bestellen. 

 
Nein, nicht St. Pancakes. Auch wenn die Stories um verstrahlte Drogenbeschaffungsversuche, seine geliebte und fotogene Mutter und bemühte Label-"Bosse" KEVIN DEVINE noch einen Kontinent sympathischer machen, bleibt der Songwriter seinem Konzept um Romantik, Herzschmerz und romantische Herzschmerz-Lebenserfahrungen treu. "Deal with it" verkündet er augenzwinkernd zum Auftakt die Songauswahl zur Platte, die es inklusive siebzehn (!!) digitaler Bonustracks auf ganze zwei Stunden Spielzeit bringt. Ein Mann, eine Gitarre, ein gigantischer Querschnitt. "Brooklyn Boy" und "Just Stay" entstammen "Put Your Ghost To Rest", "Protest Singer" vom Debut "Circle Gets The Square" bekommt ein smartes "The Promise"-Upgrade. Waehrend der intimen Performance laesst sich sogar das Luftholen hoeren. Beeindruckend, wenn DEVINE vom Mikrofon wegrutscht und seine Stimme den Saal fesselt. "Der Make The Clocks Move"-Opener "Ballgame" erfaehrt live noch weniger Volumen als sein LP-Original. Songs wie "Not Over You Yet", MIRACLE OF 86's "Every Famous Last Word" oder "Cotton Crush" funktionieren wunderbar und gaensehaeutig, stecken jedoch berechtigterweise in Sachen Dynamik zurueck. "Redbird" driftet in Richtung bekiffte BRAND NEW, "Carnival" ist in echt zehn Jahre alt, klingt auf "Live At St. Pancras Old Church" aber Folksinger-moderner als eh und je. Das liebevolle Release mag keine erste Wahl fuer Quereinsteiger sein - vermittelt die Compilation doch kaum einen gerechten Einblick in die Entwicklung von KEVIN DEVINE in Sachen Songwriting und Stilistik. Umso mehr aber duerfen Neo-Nerds und Indie-Alles-Fans hier ins Schwitzen geraten. Immerhin tun dies auch saemtliche Gefolger von FLEET FOXES bis MANCHSTER ORCHESTRA. "Live At St. Pancras Old Church" erzaehlt in ganzen dreissig Akten, wieso.

 

 

Autor

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Moppi

Autoren Bio

Alt, langweilig, tierlieb.

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