Plattenkritik

KMPFSPRT - Jugend Mutiert

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Release Date: 31.01.2014
Datum Review: 01.02.2014

KMPFSPRT - Jugend Mutiert

 

Knapp 1,5 Jahre hat es gedauert bis KMPFSPRT ihrer Debüt EP „Das Ist Doch Kein Name Für 'Ne Band“ nun ihre erste Veröffentlichung über die volle Distanz haben folgen lassen, genauer gesagt 11 Songs in 37 Minuten, „Jugend Mutiert“.

„Die Frage ist nicht wo ich steh', die Frage ist wohin du gehst“, straight und direkt geht es mit Volldampf und dem Song "Nachtsicht" los. Klingt fast schon nach ganz großem Stadionrock, wenn zu Beginn nur Gitarre, Gesang und Hi-Hat zu hören sind, bevor der Rest der Band mit einsteigt. Walter Schreifels verglich die Band mit HOT WATER MUSIC und TITLE FIGHT, nur auf deutsch eben. Mir selbst war vorher auch schon der Vergleich mit HOT WATER MUSIC in den Sinn gekommen. „All My Friends Are Dads“ wäre ein Song der wunderbar für diesen Vergleich herhalten könnte, allen voran die treibenden druckvollen Gitarrenriffs und die raue Stimme von Richard erinnern an die Herren aus Gainesville. Die Gitarrenriffs sind hier sicherlich etwas direkter und nicht ganz so komplex, so kommen dann eben auch TITLE FIGHT wieder ins Spiel. Aber dennoch verstehen es KMPFSPRT originelle melodische Gitarrenriffs zu schreiben und sich dabei eben nicht nur der 08/15 Zutaten zu bedienen.

Auch bei Song Nummer fünf „Musikdienstverweigerer“ schaffen KMPFSPRT wieder einen verdammt guten Spagat von wütenden Hardcore Elementen und melodischem Punkrock mit griffigem und eingängigem Refrain. Die Aggressivität der früheren Bands FIRE IN THE ATTIC und DAYS IN GRIEF wurde sich somit ein stückweit erhalten und mit Melodien aufgefüllt. „Ich will nicht, dass du tanzt, dieses Lied ist nicht für dich“, unterstützt werden sie in dem vorab schon veröffentlichten Song von FRAU POTZ Frontmann Felix.
KMPFSPRT sind energisch, wütend, direkt und nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Durchaus gesellschaftskritisch, dabei jedoch keineswegs besserwisserisch oder mit permanent erhobenem Zeigefinger.
Ausfälle gibt es auf „Jugend Mutiert“ keine, einzig könnte man evtl. bemängeln, dass die Songs vom Aufbau her recht ähnlich sind. Ob es jetzt wirklich das beste deutschsprachige Album seit MUFF POTTER's „Bordsteinkantengeschichten“ ist, sei mal dahin gestellt, aber man kann auf alle Fälle darüber diskutieren und das alleine ist schon ein verdammt großes Lob.

Trackliste:
1.Nachtsicht
2.All My Friends Are Dads
3.Am Ende hell
4.Halt. Nein. Anders.
5.Musikdienstverweigerer (feat. Frau Potz)
6.Atheist
7.Theorie der guten Chance
8.Keiner von Millionen
9.Unter Kannibalen
10.Herzattack-ack-ack
11.Gute Reise

Alte Kommentare

von bin ich 09.03.2014 20:38

der einzige der findet dass diese band so unnnnnglaubbbelich überschätzt ist? scheiße ist das ! <3

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Felix M.

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ruhiger, bodenständiger Zeitgenosse

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