Plattenkritik

Kakkmaddafakka - Hest

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Release Date: 25.02.2011
Datum Review: 15.08.2011

Kakkmaddafakka - Hest

 

Ein echter Kerl verfügt über Testosteron bis unters Dach, starke Muckis, echte Größe (an allen denkbaren Stellen) und ein Selbstbewusstsein von hier bis zum Mond. Ach Quatsch! Bis zur Sonne. Die Ladies liegen einem echten Kerl zu Füßen, er muss nur mit dem kleinen Finger schnippen und macht dann mindestens soviele von ihnen wie er Finger an der Hand hat, in einer Nacht glücklich. Hugh Hefner im Körper von Henry Rollins. PRUST!!!

Ungefähr so müssen sich KAKKMADDAFAKKA das ganze Ding vorgestellt haben, als sie sich Gedanken zu ihrem zweiten Album gemacht haben und dann in den Spiegel blickten. Sie wären gerne echte Gangster, aber irgendwie haut das nicht so richtig hin. Sie hätten dann auch mal eben weinend zusammenbrechen können. Gut dass sie es nicht getan haben, sondern einfach mal laut „Kakkmaddafakka“ gesagt haben und diese Erkenntnisse in ganz wunderbar anhörbare Musik verpackt haben. KAKKMADDAFAKKA aus Norwegen machen jedenfalls einen sehr fantastischen, tanzbaren und erfreulichen Indiepop mit einem noch größeren Haufen Charme, Witz und nochmal vielmehr Spaß in den Backen. Lobes-, Liebes- und Schmachthymnen an die holde Weiblichkeit gerichtet, einen ganzen Batzen Ironie an die eigenen Schwächen, die so gar nicht ins männliche Idealbild passen wollen. Sidestep, Frontstep, Popowackeln inklusive. Ein Fest, auf welchem man in eigens kreierter Sprache kommuniziert. „Hest“ heißt nunmal nicht „Hengst“, wie der dem Norwegischen mächtige zu mutmaßen wagt, sondern im Kontext der KAKKMADDAFAKKAsprache „Fest“. Wer kein Hengst ist macht also einfach so Party und kann sich des Lebens freuen. So sieht es aus, in der Welt der Selbstironie: Vom Superhengst zum Superfest.

Und bitte mal dringend die eigene Schüchternheit aus dem Arsch gezogen und das schicke Mädchen an der Bar angesprochen. Sonst wird das nämlich nix mit dem Paartanz. Dazu laden KAKKMADDAFAKKA nämlich musikalisch absolut ein und lassen einem fast keine andere Wahl. Leichtes, aber nicht seichtes Klaviergeklimper plus Offbeats plus Bassläufe der saubersten Gattung plus funky Streicher, ergibt Disokugel in den Ohren. Immer locker aus den Hüften, trotz Schüchternheit. Wenns scheiße aussieht, kann man immer noch sagen: „Das macht man in Skandinavien jetzt so!“ Der Norden setzt bekanntermaßen die Trends. Im Zweifelsfall klappt es genau so mit der Frau. Eben nicht auf dicke Hose machen, sondern Spaß haben, Witz leben, feiern. Nach dem Erkennen der eigenen Unzulänglichkeiten kann man die Frauen auch viel besser auf- und herausfordern. Vielleicht auch dazu, dass sie doch bitte mal den ersten Schritt machen könnte.

Dass Erlend Øye als Produzent an dieser Stelle die Finger im Spiel hatte könnte man auch heraushören. Nach KINGS OF CONVENIENCE und WHITEST BOY ALIVE musste es ja dazu kommen und es wird niemand einen Schaden davon tragen. Ganz im Gegenteil. Passt wie Arsch auf Pott und man möge bitte die Diskokugel polieren, gefälligst!

Tracklist:
1.Restless
2.Your Girl
3.Self- Esteem
4.Make The First Move
5.Is She
6.Touching
7.Heidelberg
8.Gangsta
9.Drø Sø

Alte Kommentare

von Marcel Prust 16.08.2011 00:30

Aber man hört die CD, wie man liebt: mit verbundenen Ohren. Man versucht den Dingen nicht auf den Grund zu gehen.

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Jule

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wäre gern teil einer postfeministischen emopunkband/ verbalprimatin/ kuchenveganerin/ ich kann mir keine songtitel merken, selbst die meiner lieblingssongs vergesse ich.../ ich bin nicht betrunken, ich bin immer so/ fraujule.blogspot.de

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