Plattenkritik

Katzenstreik - Move

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Release Date: 25.12.2009
Datum Review: 10.03.2010

Katzenstreik - Move

 

KATZENSTREIK. Wer kennt sie noch? Trotz des eher geringen Bekanntheitsgrades nahmen sie eine Vorreiterrolle ein, preschten mutig voran. Emocore kann man ihren Musikstil nennen - doch ohne das sich ihre Musik groß gewandelt hat scheint diese Schublade nicht mehr zu passen. Die Songs von KATZENSTREIK durchzieht kein Weltschmerz, sondern eher eine trotzige Wut gepaart mit einem unbändigem Kampfgeist.

Und nur durch diesen war das hier vorliegende Album "Move" überhaupt möglich - denn den Jungs von KATZENSTREIK fehlte es vor allem an Geld. Also überwand man seinen Stolz und suchten Geldgeber im Umfeld ihrer Fans und Freunde - und fanden sie. Genug Geld für die Aufnahme von 14 Tracks kam zusammen, und so konnten sich die Göttinger an einen Nachfolger für das letzte Album "IIII" machen.

Als neue musikalische Referenzen mag man Postcore oder Punkrock in den Raum werfen. Mischen tun KATZENSTREIK das eh mit allem, was ihnen in die Pfoten kommt, sei es Reggea, Garage oder Indie. Textlich schwingt voller Wut der Hammer bei dem kruden Mix aus deutsch und englisch mit, musikalisch verheddert man sich jedoch schnell in einem tiefen Gestrüpp. So schön es ist, wenn Bands nicht immer die selbe festgefahrene Schiene fahren, so sehr wünscht man sich, KATZENSTREIK hätten hier und da eine Idee am Wegesrand liegen lassen. Auf der einen Seite preschen die Songs mit gewaltbereiter Leidenschaft vor, auf der anderen Seite zieht ein Reggea-Part die Notbremse.

KATZENSTREIK verstecken auf "Move" in jedem Song eine kleine Überraschung und schaffen es so, Aha-Effekte zu schaffen.
KATZENSTREIK verstecken auf "Move" in jedem Song eine kleine Überraschung und schaffen es so, Oh-Effekte zu schaffen.

Ein Wechselbad der Gefühle. Eine wahnsinnig wichtige Band bringt ein schön gestaltetes Album mit Aussage und Leidenschaft heraus, was musikalisch jedoch ist wie die Fahrt mit einem 15 Jahre alten Atlas - am Ende kommt man an, doch den einen oder anderen Umweg hätte man sich gerne erspart. Nichtsdestotrotz, für alle, die etwas mit dem Namen KATZENSTREIK anfangen können ist dieses Album ein Pflichtkauf.

Ein liebenswerter Pflichtkauf.



Tracklist

01. (psssst)
02. Do it
03. Bone
04. Change
05. Armageddon hot chicks
06. Are you really connected
07. Eat
08. Conditions
09. Boy
10. Laeufer
11. Move
12. Love is a battlefield
13. Reconnection
14. Shot

Alte Kommentare

von Katzenstreik? 10.03.2010 14:56

Geringer Bekanntheitsgrad? Emocore? Schwachsinn

von Jule 10.03.2010 15:23

ich bin gespannt wie ein flitzebogen und beruhigt ob deiner worte.

von Hurensohn 10.03.2010 20:00

vorgänger fand ich riesig, die hier hat mir nicht so gefallen 5 oder 6 geht klar

von jsr 26.04.2010 00:45

Äh? Also das Review kann ich überhaupt nicht nachvollziehen?! Wo "zieht ein Reggae-Part die Notbremse"? Der einzig klare Reggae-Part ist der in "Boy" - und der Song ist genial. Ansonsten geht der Mix auf. Ja, Katzenstreik sind und waren schon immer kranke Köpfe... aber so catchy wie auf dem Album klangen sie noch nie. Sie verbraten verdammt viele Ideen und experimentieren mit schwer nachvollziehbaren Sachen. Aber am Ende steht, gerade bei diesem Album, der Song im Mittelpunkt. So viele großartige Hooks und Refrains hatten die noch nie auf ner Scheibe vereint. Und es bleibt trotz allem immer Katzenstreik! Gerade wegen den Stimmen und wegen dem "kruden Mix aus deutsch und englsich". Aber naja... vllt muss man dafür etwas nerdig sein. 9/10

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Torsten H.

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